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Stephen Yau „Birch Symphony“ (Acryl auf Leinwand, 2020, 91 x 182 cm)

Bremen - Wie versprochen an dieser Stelle nun die Fortsetzung unserer kleinen Fragerunde an Stephen Yau.

Hier geht es zum ersten Teil:

https://art-depesche.de/malerei/633-die-gnade-der-kunst-stephen-yau-im-interview,-teil-1.html

 

ART DEPESCHE: Birken sind eines Ihrer bevorzugten Motive, es gibt eine ganze Serie von „Birkensinfonien“. Bitte verraten Sie uns mehr über diese Arbeiten!

STEPHEN YAU: 2008 begann ich die „Land Series“ zu malen, mit Themen von Birken und Wildblumen, Queen Anne's Lace [bezeichnet die Wilde Möhre und ähnliche Arten - Anm. d. Red.]. Ich nutze die Farbveränderungen in den vier Jahreszeiten, um den Schöpfer der Natur zu preisen. Ich liebe Birken für ihre elegante und anmutige Erscheinung. Insbesondere liebe ich Birken im Winter. Der Eindruck von Weiß auf Weiß gleicht den Engeln, die Lobgesänge an den wundervollen Schöpfer singen. Dies führte zur Geburt der „Birch Song“-Serie und der „Birch Symphony“-Serie. Die „White Dream“-Serie zeigt Queen Anne’s Lace, wuchernd in wilden Sommerfeldern, eine weite Ausdehnung von Weiß. Es ist sehr friedlich ...

ART DEPESCHE: In anderen Arbeiten nutzen Sie sehr grelle Farben und einen Zeichenstil der irgendwie an Kinderbücher erinnert. Das komplette Gegenteil zu Ihren sehr stillen Aquarellen ...

STEPHEN YAU: Im Jahr 2002 habe ich vorübergehend aufgehört, Wasserfarben zu nutzen, welche ich über 20 Jahre genutzt hatte und bin zu Acryl gewechselt. Im selben Jahr bin ich zum Mont Tremblant in Québec gereist. Die farbenfrohen Häuser dort gaben mir Inspirationen von Märchen. Von 2003 bis 2008 habe ich insgesamt über 200 Gemälde in der „Dreamland“-Serie gemalt, welche von Kunstliebhabern weithin gesammelt wurde. Unter den Bildern wurde die „Toronto“-Serie von Tourism Toronto ausgewählt, um seine Reiseindustrie zu bewerben.

ART DEPESCHE: Sicher kennen Sie die kanadischen Maler Tom Thomson und die „Group of Seven“ ... was denken Sie über diese?

STEPHEN YAU: Die „Group of Seven“ und Tom Thomson sind in Kanada sehr angesehene Künstler, wie nationaler Reichtum. Ihre Kunst war vom französischen Impressionismus beeinflußt, schlicht im Charakter mit einem einzigartigen Stil. Sie sind oft gemeinsam ins Freie gereist, um gemeinsam Landschaften zu skizzieren, sie haben sich stark wechselseitig zu einem ähnlichen Malstil inspiriert. Ihre Gemälde handelten vor allem von kanadischen Landschaften im nördlichen Ontario. Ich mag ihre Arbeiten sehr.

ART DEPESCHE: Da wir eine deutsche Kunstseite sind: konnten Sie bereits in Deutschland ausstellen oder Bilder nach Deutschland verkaufen? Und: wer sind Ihre bevorzugten deutschen Maler?

STEPHEN YAU: Ich habe bislang nicht in Deutschland ausgestellt. Ich lerne nicht viel über deutsche Künstler. Franz Marc, der einzige deutsche Künstler, den ich kenne, war ein deutscher Maler und Grafiker, und eine der prominentesten Figuren des deutschen Expressionismus.

ART DEPESCHE: Neben Ihrer Arbeit als Maler sind Sie auch Musiker. Was können Sie uns über diese Projekte erzählen?

STEPHEN YAU: Musik ist eines meiner Hobbies. Ich liebe es, in meiner Freizeit zu musizieren, um mich selbst zu unterhalten, und gelegentlich veranstalte ich auch Jam Sessions mit Freunden. Musik und Malerei sind gute Wege, um meine Gefühle und Emotionen auszudrücken und mich zu entspannen.

ART DEPESCHE: Letzte Worte an unsere Leser? Etwas, was Sie uns noch verraten möchten?

STEPHEN YAU: Wenn ich auf die Episoden meiner Malkarriere über die letzten 40 Jahre zurücksehe, bin ich dem Herrn sprachlos dankbar! Die lange, gewundene Reise in der Kunst ist beschwerlich und endet nie. Doch ist sie auch beschwingend und bringt viel Farbe in mein Leben! Ich bin so dankbar, mit Kunstliebhabern zu reisen, die meine Leidenschaft teilen, soneinander lernend und einander ermutigend. Ein leeres Blatt Papier oder eine blanke Leinwand setzen mir keine Grenzen, doch gestatten mir, meine Farben frei zu malen. Welch eine immense Freude, Zeuge und Genießer des Prozesses der Farbveränderungen zu sein! Wie befriedigend sind die Überraschungen, die mir die Vollendung meiner Kunstwerke bescheren! Auch ist es eine zusätzliche Gnade und eine große Ermutigung, wenn meine Gemälde Kunstfreunde treffen, die meine Kunst bewundern und sammeln. Tatsächlich habe ich es in meinem Leben nie bereut, Künstler zu sein!

ART DEPESCHE: Wir danken Ihnen für die Beantwortung unserer Fragen!

 

Von Stephen Yau auf Chinesisch beantwortet. Übersetzung aus dem Chinesischen ins Englische von Travena Law. Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Ruedi Strese.

 

Verweise:

http://www.stephenyau.com/
https://cspwc.ca/
https://www.comuseum.com/painting/schools/literati-painting/

Die Gnade der Kunst - Stephen Yau im Interview, Teil 2 https://art-depesche.de/images/Birch_Symphony.jpg Ruedi Strese