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Tore Hogstvedt „Summer Reflection“ (Öl auf Leinwand, 120x140cm, Preis auf Anfrage)

In lebhaftem Pinselstrich auf die Leinwand gebrachte Landschaften in leuchtenden Farben sind der Schwerpunkt des norwegischen Malers Tore Hogstvedt. Jedem Liebhaber impressionistischer Malerei sollten diese Arbeiten zusagen: sie stehen in einer großen Traditionslinie, ohne bloße Kopie zu sein. Der Individualstil ist klar erkennbar. Natürlich war unser Interesse geweckt, und wir stießen auf einen außerordentlich freundlichen Künstler, der Einiges zu sagen hat.

ART DEPESCHE: Zuerst bitten wir Sie um einige grundlegende Informationen über Ihre künstlerische Ausbildung ...

HOGSTVEDT: Ich bin als Künstler Autodidakt. Keine Kunstausbildung. Ich habe 1986 mein Theologiestudium beendet.

ART DEPESCHE: Da Sie selbst Ihren Stil ganz offen als „Impressionismus“ bezeichnen, tut es uns leid, doch ein großer Teil unseres Gesprächs wird sich um dieses Thema drehen! Wie hat dieser spezifische Stil Sie derart verzaubert? Haben Sie auch andere Richtungen ausprobiert?

HOGSTVEDT: Als Kind war ich nicht vom Impressionismus beeinflußt. Ich zeichnete und malte bis zu meinem zwölften Lebensjahr. Dann habe ich plötzlich die Pinsel niedergelegt.

Glücklicherweise habe ich sie 1995 wieder aufgehoben. Tatsächlich war es meine Frau, die mich motiviert hat weiterzumachen. Sie hat schnell an mein Talent geglaubt. In den frühen 90ern hatte ich einen mehr oder minder realistischen Stil, doch spürte, daß etwas nicht stimmte. Dann fühlte ich mich mehr und mehr zum Impressionismus hingezogen. Maler wie Monet, Sisley, Lewitan und Pissarro. Also haben wir begonnen, öfter nach Paris und London zu reisen, um diese Meisterwerke aus der Nähe zu betrachten. Ich habe die Techniken und Farbwahl genau studiert.

Mein Lieblingsmaler war Monet. Er ist es immer noch. Ich bewundere die Frische und Helligkeit und die lebendigen Farben. Es wurde zu einer Besessenheit, seine Kunst zu studieren, aber ich wollte sie niemals kopieren. Wie Monet begann ich, einige Pleinairbilder zu malen. Mir wurde klar, daß dies notwendig ist, um mit der Technik mitzuhalten und zu verstehen, wie die Farben vom Tageslicht beeinflußt werden. Jedenfalls kann ich diese Skizzen als Vorlagen für größere Leinwände nutzen.

Sehr wichtig ist, daß ich die Arbeit an Freilichtstudien nie fortsetze. Ich bewahre die Frische, wie in Alla-prima-Gemälden. In einer einzigen Sitzung vollendet.

ART DEPESCHE: Die meisten Menschen wissen nicht, daß Norwegen mit Malern wie Frits Thaulow, Christian Krohg oder Kalle Løchen eine reiche eigene impressionistische Tradition hat. Was bedeuten diese Maler für Sie, waren sie eine Inspiration für Ihre Arbeit?

HOGSTVEDT: Einige Galerien und Sammler sagen mir, daß meine Kunstwerke Ähnlichkeiten zu Thaulows hätten, hinsichtlich der fantastischen Reflektionen des Wassers. Ich war sehr fasziniert von der Wasserbewegung, die Thaulow festzuhalten imstande war. Ich hatte mir selbst gesagt, ich müsse lernen, das Wasser zu malen, wie er es tut. Lebensgleiches Wasser. Es ist immer noch eine große Herausforderung. Aber ich mache es nie in fotorealistischer Weise.

ART DEPESCHE: Allerdings scheint doch in der äußerst lebhaften Farbgebung der französische Einfluß stärker zu sein. Monet, Signac usw.

HOGSTVEDT: Ja, Sie liegen ganz richtig. Ich bin sehr von den Franzosen beeinflußt. Eine andere Sache ist, daß ich mich auf die Regenbogenfarbpalette beschränke. Schwarz, Grau und Braun sind abwesende Farben. Ich würde sagen, daß meine Nutzung lebendiger Farben auf einer höheren Stufe schwingt als üblich, falls das einen Sinn ergibt.

Ich gebe mein Bestes, um sie so rein wie möglich zu halten. Ich empfehle die von Michael Harding produzierten Ölfarben. Wenn es um weiche Pastelle geht, nutze ich Sennelier.

ART DEPESCHE: Sie haben ja bereits in Frankreich ausgestellt. Wie waren die Reaktionen der Franzosen, als sie gesehen haben, wie ein Norweger in einem Stil mit so klar französischen Ursprüngen malt?

HOGSTVEDT: Sie haben mich schnell mit Monet und dem französischen Impressionismus verglichen. Viele meiner norwegischen Landschaften wurden in Frankreich verkauft.

ART DEPESCHE: Sie hatten noch nie Ausstellungen in Deutschland, ist das richtig? Gab es bislang kein Interesse an Ihrer Arbeit?

HOGSTVEDT: 2013 hatte mich die Sopransängerin Maja Fluri nach Berlin eingeladen. Einige meiner Kunstwerke wurden zu ihrem „Salon &Friends“-Konzert ausgestellt.

https://www.majafluri.com/salon-maja-and-friends (Rahmen Nummer 29.)

Ich würde wirklich gerne von einer guten deutschen Galerie oder Kunsthandlung entdeckt werden. Deutschland hat ein großes Potential auf dem Kunstmarkt. Damit würde ein Traum Wirklichkeit. Ich hatte 2015 einen Artikel über den deutschen Kunstmarkt gelesen:

„What`s stopping the German Art Market from Competing Internationally?“

https://news.artnet.com/market/german-art-market-lagging-305312

Hoffentlich ist die Situation jetzt eine andere.

Hier einmal der Text zu „Salon & Friends“, 2013 von Maja Fluri geschrieben:

„Bei diesem Salon widmen wir uns dem norwegischen Nationalkomponisten Eduard Grieg und dem norwegischen Schriftsteller Henrik Ibsen, welcher 1867 „Peer Gynt“ als dramatisches Gedicht verfasst hat. Das Stück wird oft als „nordischer Faust“ bezeichnet, weil Peer Gynt ähnlich wie Goethes Faust durch die Welt irrt und erst durch die Liebe einer Frau erlöst wird. Sieben Jahre später beschloss Ibsen dann, Peer Gynt für das Theater einzurichten und lud Eduard Grieg zur Zusammenarbeit ein.

Die ausgezeichneten, lettischen Pianisten Tereze Rozenberga und Normunds Leitlants interpretieren zwischen literarischen Auszügen von „Peer Gynt“dieses Werk zu vier Händen auf dem Klavier. Maja Fluri singt für Sie die schönsten Lieder von Grieg, u.a. auch „Solvejgs Lied“ und „Solvejgs Wiegenlied“.

Dieses Mal ist außerdem ein ganz besonderer Künstler im Salon zu Gast: Der aus Siljan (Norwegen) stammende Maler Tore Hogstvedt malt seine Bilder oft, indem er Musik von Eduard Grieg hört. Gerne lässt er sich von Impressionisten wie Monet, Sisley und Pissarro inspirieren und möchte die Natur so malen, wie sie für die Menschheit vorgesehen ist „to inspire others to appreciate and protect the beauty of our planet through his art.“

 

Aus dem Englischen übersetzt von Ruedi Strese. Fortsetzung folgt.

 

Verweise:

offizielle Website: https://www.hogstvedt.com

Blog: https://torehogstvedt.blogspot.com/2018/09/news-tore-hogstvedt-has-started-on-new.html

Gallery France: https://windybee.wordpress.com/2014/03/14/the-art-of-master-impressionist-tore-hogstvedt-featured-at-gallery-france/

The Magic of Nature: https://windybee.wordpress.com/2013/04/19/the-magic-of-nature-the-art-of-tore-hogstvedt/

Lichtmalerei auf Norwegisch: Tore Hogstvedt im Interview, Teil 1 https://art-depesche.de/images/Summer_Reflection.jpg Ruedi Strese