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Margreet Boonstra „Der gelbe Garten“ (Öl auf Leinwand, 2020)

Aus den Niederlanden kommt die Pleinairkünstlerin Margreet Boonstra. Vornehmlich paysages intimes, liebenswerte Kleinlandschaften, finden den Weg auf ihre Leinwände. Schilfbewachsene Ufer, Seerosenteiche, Blumengärten sind typische Themen. Die Umsetzung erfolgt in einer Weise, welche viel Gespür für die lebendige Natur und die ihr innewohnende Schönheit verrät. Für unsere kleine Seite, welche ihren Schwerpunkt bei der großen Tradition folgender und doch eigenständiger gegenständlicher Malerei hat, eine feine Entdeckung. Wir sandten der Künstlerin einige Fragen und freuen uns, unseren Lesern hier das Resultat präsentieren zu dürfen.

ART DEPESCHE: Bitte erzählen Sie uns zuerst etwas über Ihre biographischen Hintergründe, vor allem über Ihre Ausbildung als Künstlerin!

BOONSTRA: Ich bin Margreet Boonstra, geboren 1967 in Drachten, Westfriesland, Mutter von einer Tochter (21) und einem Sohn (16).

In meiner Jugend habe ich immer gezeichnet und mich für Malerei interessiert, es kam als Thema immer vor, obwohl es bei mir zuhause keine große Rolle spielte. Ein Grundschullehrer war freischaffender Künstler, und ich erinnere mich, wie eine von ihm gezeigte Abbildung japanischer Tuschmalerei mir wie die Tür zu einer neuen Welt erschien: der Malerei. Meine Oma hatte ein Bild an der Wand; Flachbodenschiffe im starken Wind, ganz pastos gemalt, und es reizte mich, ich wollte mehr davon, suchte und fand: die Höhlenmalerei, Rembrandt, Frans Hals, die Impressionisten, Goya, Pompeji, die Bibliothek war voll davon, und ich habe alles aufgesaugt wie ein Schwamm. Als ich als Sechzehnjährige meine erste Ausstellung, „La Grande Parade“ im Stedelijk Museum, Amsterdam, besuchte und unter anderem ein riesiges Bild von Anselm Kiefer (‚Innenraum‘) sah, war ich überzeugt, ich könnte doch auch Maler werden!

Im Lyzeum wählte ich Malerei und Zeichnen als eine meine Hauptfächer, und nach meinem Abitur habe ich mich beworben an der Kunstakademie Minerva in Groningen. Diese Akademie war zu der Zeit (1989) die einzige, die ein klassisches Studium für gegenständliche Malerei anbieten konnte.

ART DEPESCHE: Wie kamen Sie speziell zur Pleinairmalerei?

BOONSTRA: Als Kind war die Natur mein Spielort, ich fühlte mich wie eins mit dieser sicheren Welt, und zugleich war es ein großes Mysterium, hinreißend, spannend, aber wunderschön. Als ich es malen konnte, war es keine Frage mehr; eher eine logische Folge, diese Welt, von der mir die Bilder so tief eingeprägt sind und die mir so nah liegt, festhalten zu wollen.

ART DEPESCHE: Haben Sie eine bevorzugte Jahreszeit?

BOONSTRA: Zum Malen? Hm ... Aber jedesmal, wenn der Frühling kommt, freue ich mich, die dicke Thermokleidung zurück in den Schrank! - und die Welt zeigt innerhalb einiger Wochen nur märchenhafte Szenen; alles wächst und blüht, Vögel singen, der Flieder im Garten möchte unbedingt gemalt werden, die ersten Sonnentage sind ein Rausch von Freude und Kraft. Nein - eine absolute Wahl gibt es eigentlich nicht, für mich ist jeder Tag eine neue Entdeckung der Welt, aber Frühling ist ein guter Kandidat.

ART DEPESCHE: Sie sind Mitglied der Norddeutschen Realisten, diese haben sich mittlerweile als feste Größe etabliert. Wie sind Sie zu dieser scheinbar aus der Zeit gefallenen und trotzdem (oder eher: gerade deshalb) so erfolgreichen Gruppe gestoßen?

BOONSTRA: Die Gruppe hat sich immer manifestiert als Pleinair-Gruppe mit gegenständlicher Malerei, ein frischer Ton in der Welt voller konzeptueller und kommerzieller Kunst. Mit meiner Geschichte als Pleinairmalerin habe ich mich mit der Gruppe sofort verwandt gefühlt. Als ich vor einigen Jahren eine Ausstellung in Schleswig-Holstein hatte, zusammen mit André Krigar, kam der Begründer der NR, Nikolaus Störtenbecker, sich die Arbeiten anschauen und hat mich sofort als Gast zu einem Symposium in die Vogesen eingeladen. Nach einem Jahr als Gast haben die Mitglieder sich entschieden, mich als festes Mitglied in die Gruppe aufzunehmen. Ich betrachte es als große Freude, mich mit den Kollegen austauschen und zusammen malen zu können.

Fortsetzung folgt.

 

Verweise:

http://www.margreetboonstra.nl/
https://www.facebook.com/AtelierMargreetBoonstraDrachten/?ref=profile_intro_card
https://www.nordart.de/downloads/kuenstler/2019/Boonstra, Margreet_NordArt 2019.pdf
http://www.kunsthaus-muellers.de/180910_margreetboonstra-andékrigar/index.html
https://norddeutscherealisten.de/

Wenn alles blüht und wächst - die Freilichtmalerin Margreet Boonstra im Interview, Teil 1 https://art-depesche.de/images/C3B98126-D7CC-45CF-AFF0-A91947BF879E.jpg Ruedi Strese