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Kopenhagen - Zu seinen Schülern an der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen gehörten die beiden Größten der deutschen romantischen Malerei, Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge; auch der eigenständige Interieurmeister Friedrich Georg Kersting ließ sich von ihm beeindrucken.

Jens Jorgensen Juel war 1745 in Balslev auf der Insel Fünen (Dänemark) geboren worden. Er war wohl der uneheliche Sohn eines vornehmen Herren; der Mutter gelang es allerdings, als er ein Jahr alt war, trotz dieser Situation einen Schuldirektor zu heiraten, in dessen Haushalt er dann aufwuchs. Bereits in jungen Jahren soll er sich für die Malerei interessiert haben, so daß seine Eltern ihn nach Hamburg zu einem Amtmaler namens Johann Michael Gehrman in die Lehre schickten, wo er sechs Jahre hart arbeiten mußte, sich dafür jedoch gute Fähigkeiten und auch bereits einen gewissen professionellen Ruf als Porträt- und Landschaftsmaler erarbeiten konnte. Mit dem Verkauf seiner Bilder konnte er sich schließlich sogar seine Studienzeit finanzieren.

Mit etwas über 20 Jahren ging er nach Kopenhagen, wo er an der Königlichen Kunstakademie studierte und deren kleine (1767) und große (1771) Goldmedaille er für Werke zu biblischen Themen erhielt. 1772 ging er nach Rom, wo er vier Jahre im Kreis anderer dänischer Maler verbrachte, unter ihnen war beispielsweise der Neoklassizist Nicolai Abildgaard. Anschließend ging er vorübergehend nach Paris, damals ein Zentrum der Porträtmalerei, und schließlich für zwei Jahre nach Genf, wo er seinen Bekanntheitsgrad als exzellenter Porträtist steigern konnte, sich jedoch auch mit der Landschaftsmalerei befaßte. Sein Ruf gelangte von dort durch den Naturwissenschaftler und Philosophen Charles Bonnet, den er porträtierte, bis ins heimatliche Dänemark. Erneut ging er kurz nach Hamburg, wo er den manchem vor allem aus Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ bekannten Dichter des „Messias“, Friedrich Gottlieb Klopstock, traf und gleichfalls verewigte.

Zurück in Kopenhagen stieg er 1780 zum populären Hofmaler auf, wurde 1782 einstimmig zum Mitglied der Akademie gewählt, erhielt 1786 eine Professur und wurde schließlich 1795 (nach anderen Angaben 1799) selbst zu deren Direktor; diese Position behielt er bis an sein Lebensende. Etliche spätere Größen fanden sich unter seinen Schülern. 1802 starb er in Kopenhagen, wo sich auch sein Grabmal befindet. Seine zahlreichen Porträts zählen zum Besten der dänischen Porträtmalerei des Rokoko; überdies malte er Landschaften, Historien- und Genrebilder. Die größte Sammlung befindet sich im Schloß Frederiksborg in Hillerond auf der Insel Seeland, doch auch in der Hamburger Kunsthalle und der Londoner Nationalgalerie sind seine Werke zu besichtigen.

 

Quellen:

http://www.kettererkunst.de/bio/jens-juel-1745.php
http://www.musee-imaginaire.de/mus_neu/lesesaal/lesesaal-j/juel/juel.htm

Bedeutender Lehrer berühmter Schüler - Jens Juel - Porträtmaler des dänischen Rokoko https://art-depesche.de/ Ruedi Strese