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Albrecht Altdorfer „Donaulandschaft bei Regensburg“ (etwa 1520-25), 30x22cm, Öl auf Holz, Alte Pinakothek München

Berlin - Über das frühe Leben Albrecht Altdorfers ist wenig bekannt, vermutlich wurde er um 1480 als Sohn des Regensburger Malers Ulrich Altdorfer geboren. Urkundlich bezeugt ist, daß er 1505 das Bürgerrecht der Stadt Regensburg erwarb. Früher wurde angenommen, Dürer sei sein Lehrer gewesen, mittlerweile gilt jedoch eine Ausbildung bei seinem Vater als wahrscheinlicher.

Die ersten datierten Zeichnungen und Gemälde Altdorfers stammen aus dem Jahr 1506. Religiöse Motive spielten, wie damals üblich, die Hauptrolle. Besonders bekannt wurde der Sebastiansaltar des Stiftes St. Florian bei Linz (entstanden etwa 1509-1516), auch „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ (1510) oder der „Laubwald mit dem Heiligen Georg“ (auch etwa 1510) zählen zu den frühen Meisterwerken. In letzterem nimmt die Naturdarstellung schon eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Stellung ein, in liebevollen Details wird eine mystische, romantische Stimmung erzeugt, bei welcher die Figur eher Beiwerk ist. Eine längere Reise abwärts der Donau 1511 trug zu seiner künstlerischen Reife bei, den eigenen Stil hatte er jedoch bereits gefunden.
Die „Landschaft mit Steg“ (etwa 1518) verzichtet Altdorfer erstmals vollständig auf Figuren, bei der zauberhaften „Donaulandschaft bei Regensburg“ (auch „Donaulandschaft mit Schloß Wörth“, etwa 1520-25) erscheint auch das Schloß nur im Hintergrund; diese Gemälde Altdorfers zählen auf jeden Fall zu den ersten, welche nur um der Landschaft willen gemalt wurden.
Altdorfers berühmtestes Bild ist die „Alexanderschlacht“ (1529), zu sehen in der Münchener Alten Pinakothek, für Altdorfers Verhältnisse mit 1,58m Höhe und 1,20m Breite ein Großgemälde und dennoch von der für Altdorfer, den Miniaturisten, typischen Liebe zum Detail geprägt.

Als Bürger von Regensburg gelangte er auch außerhalb seiner eigentlich künstlerischen Tätigkeit zu einigem Ansehen. 1526 wurde er Mitglied des Inneren Rates und Stadtbaumeister, als welcher er ein Schlachthaus erbaute und die Befestigungsanlagen errichten ließ. Das ihm 1528 angetragene Amt des Bürgermeisters lehnte er ab, um sich der Malerei widmen zu können – das angetragene Amt wie die Möglichkeit, dieses abzulehnen, können als beispielhaft für das Selbstbewußtsein, welches der Künstler als Mitglied der Gemeinschaft haben konnte, gelten. Hochgeehrt starb er 1538 in Regensburg. Von seinem Werk erhalten sind 55 Tafelgemälde, 124 Zeichnungen und Entwürfe sowie etwa 200 Drucke (Kupferstiche, Holzschnitte und Radierungen).
Albrecht Altdorfer kommt vor allem das Verdienst zu, erstmals in der europäischen Malerei die Landschaft ohne Umschweife zum eigentlichen Bildthema gemacht zu haben. Sein Zeitgenosse Joachim de Patenier malte sicherlich weitere, epische Landschaften, bedurfte jedoch dafür immer noch des Vorwandes irgendeines biblischen Themas, worauf Altdorfer in seinen späteren Werken konsequenterweise verzichtete.

Albrecht Altdorfer, Begründer der Landschaftsmalerei https://art-depesche.de/images/Landscape_of_Danube_near_Regensburg_Albrecht_Altdorfer_W.A.F._30_Alte_Pinakothek_Munich_1024px.jpg Ruedi Strese