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Caspar David Friedrich „Mönch am Meer“ (Öl auf Leinwand, 1808-1810) | Quelle: ART DEPESCHE

Berlin - Zwei der bedeutendsten Arbeit Caspar David Friedrichs stehen in engem Zusammenhang und gehören seit einigen Jahren zu den Schmuckstücken der Alten Nationalgalerie in Berlin: „Mönch am Meer“ und „Abtei im Eichwald“. Von 2013 bis 2015 wurden die Bilder entsprechend gegenwärtigen Erkenntnissen sorgsam restauriert, seit dem 22. Januar sind sie wieder zu besichtigen. Bis Mai gibt es eine Sonderpräsentation zu den Restaurierungsarbeiten.

Entstanden von 1908 bis 1910, waren die Werke von Anbeginn als Paar gedacht, selbst die vorgrundierte Leinwand für die beiden gleich großen (110,4x171 cm) Gemälde hatte Friedrich zusammen gekauft. Die fertigen Gemälde wurden erstmals 1810 auf der Berliner Akademieausstellung gezeigt. Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III hatte sie dann erworben und Heinrich von Kleist zeigte sich begeistert, was dem Maler den Durchbruch brachte.
Die „Abtei im Eichwald“ zeigt einen verfallen Klosterfriedhof im Winter, sie wurde von Friedrichs Freund Carl Gustav Carus als „vielleicht das tiefsinnigste poetische Kunstwerk aller neuen Landschaftsmalerei“ bezeichnet, Theodor Körner diente sie 1810 als Inspiration für das Doppelsonett „Friedrich's Todtenlandschaft“, und auch Clemens Brentano verfaßte ein Gedicht zu dem Gemälde.
Der „Mönch am Meer“ bildet ein kahles Meeresufer ab, verloren steht dort ein Mann in Mönchskutte und schaut auf das Meer hinaus. Wie auch das Partnerbild wurde es vor allem religiös gedeutet, Leben und Tod, Einsamkeit und Vergänglichkeit sind das Themenfeld. Es diente manch folgendem Landschaftsbild als Vorbild oder Inspiration, Einfluß hatte es auf so unterschiedliche Maler wie Carl Gustav Carus, James McNeill Whistler, Gustave Courbet und selbst einen Gegenwartskünstler wie Gerhard Richter.
Beide Bilder sind in empfindlichen Schichten auf sehr feiner Leinwand gemalt worden, der Zahn der Zeit, mangelnde Pflege und nach heutigem Verständnis unsachgemäße Restaurierungen hatten die Bildsubstanz erheblich geschädigt. Dank großzügiger finanzieller Unterstützung war aber eine sorgsame Restaurierung möglich geworden, und es lohnt sich, die beiden Bilder, nebeneinander gehängt und zur Dokumentation Abbildern des Zustands vor der Restaurierung gegenüber gestellt, zu betrachten. Insbesondere der „Mönch am Meer“, vorher in einem schmutzigen Blaugrün, welches wir bereits gewohnt waren, hat nun viel Kraft gewonnen mit dem tiefen Blau des Meeres.

Die Präsentation zur Entstehung und Restaurierung der Bilder wird bis zum 22. Mai zu sehen sein. Der Eintritt in der zur Museumsinsel gehörenden Alten Nationalgalerie beträgt für Erwachsene 10 Euro, für Kinder ist er kostenlos.

Verweise:
http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/alte-nationalgalerie/ausstellungen/ausstellung-detail/der-moench-ist-zurueck.html

 

Zweimal Caspar David Friedrich in neuem Glanz https://art-depesche.de/images/IMG_2346_gr_1024px.jpg Ruedi Strese