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Ernst Josephson „Der Wassermann (Strömkarlen)“ (1884)

Berlin - Ernst Josephson hat ein überaus interessantes und eigenständiges Werk irgendwo zwischen Symbolismus, Nationalromantik und Naturalismus hinterlassen. Seine eleganten Linien und die sichere Farbgebung haben ihm vor allem in Schweden einen Namen verschafft.

Geboren wurde er 1851 in Stockholm in einer namhaften jüdischen Familie. Es zog ihn früh zur Malerei, bereits mit 16 Jahren begann er seine Ausbildung an der Stockholmer Königlichen Kunstakademie. Es wird ihm nachgesagt, im Alter von 20 Jahren gesagt zu haben, er wolle „Schwedens Rembrandt werden oder sterben“.

Er reiste und lernte viel, unter anderem hielt er sich in Italien, den Niederlanden, Norwegen und Spanien auf. In Paris verbrachte er bis 1886 viel Zeit, dort nahm er Einflüsse der bedeutenden Realisten Courbet und Corot auf.
Zwischenzeitlich war er Mitglied der Künstlervereinigung Opponenterna, welcher auch August Strindberg und Carl Larsson, der Schöpfer des legendären Großgemäldes „Midvinterblot“ angehörten. Als sein Hauptwerk gilt „Strömkarlen“ („Der Wassermann“) von 1884. Das Werk wurde vom Schwedischen Nationalmuseum abgelehnt. Prinz Eugen, jüngster Sohn des Königs Oskar II, war über diese Entscheidung allerdings verärgert und kaufte das Bild daraufhin selbst (die gleiche Geschichte wird bisweilen fälschlicherweise auch über „Der Nix“ von 1882 erzählt, dieses Bild ist eine frühere Version des gleichen Motivs). Josephsons Arbeiten dieser Zeit behandelten sowohl alltägliche, als auch nordisch-folkloristische und jüdische Themen; einen weiteren Schwerpunkt bildeten überaus stilvolle, lebendige Portraits.

Seine Gesundheit war leider alles andere als gut. Früh hatte er sich mit Syphilis infiziert, und 1888 brach bei ihm, möglicherweise als Folge dieser, eine geistige Erkrankung aus, welche mit Halluzinationen, Verfolgungs- und Größenwahn einherging, so soll er sich bisweilen für Gott und Christus gehalten haben. Er arbeitete allerdings weiter, oft in einem tranceartigen Zustand.
In den Folgejahren legte er den Schwerpunkten auf Zeichnungen verschiedenen Stils, zum Teil von kleinen Mustern und gereihten Punkten, zum Teil von schwungvollen Linien geprägt, sie sollen Pablo Picasso und Henri Matisse beeinflußt haben. Auf der Internationalen Kunstausstellung in Berlin 1896 erhielt er eine kleine Goldmedaille. Auch Gedichte verfaßte er in diesen Jahren noch; er starb 1906 in seiner Geburtsstadt in geistiger Umnachtung.

Ernst Josephson: von David und dem Wassermann https://art-depesche.de/images/Stromkarlen_1884_1024px.jpg Ruedi Strese