static-aside-menu-toggler
gkSearch
Dominique Peyronnet „Flucht ins Leben“(1940)

Berlin - Zu den interessantesten Vertretern der sogenannten „naiven Malerei“, einer Stilrichtung, in der vom späten 19. Jahrhundert bis zum mittleren 20. Jahrhundert Laienmaler ohne akademische Ausbildung, dem Beispiel des Zöllners Henri Rousseau folgend, die Welt in einer einfachen, kindlich-magischen Weise darstellten, gehört Dominique Peyronnet.

Dieser wurde 1872 in einem Vorort von Bordeaux geboren, 1943 starb er in Paris. Er war ursprünglich Drucker, Lithograph, und kam erst sehr spät, mit nahezu 50 Lebensjahren, zur Malerei. Bis zu seinem Tod schuf er ein wenig umfassendes, aber eindrucksvolles Werk, nur etwa 30 Gemälde sind bekannt.

Die handwerkliche Präzision hat er in die Malerei mitgenommen, er arbeitete eigensinnig und gewissenhaft, die vereinfachte, schematische, aber klare Darstellung erinnert bisweilen an die gotische Malerei des europäischen Mittelalters.
Dabei scheint jedoch eine rührende Liebe zur Natur durch, die Darstellung der Pflanzen läßt trotz des stark individuellen Stils eine genaue Beobachtungsgabe erkennen. Sein Lieblingsthema aber  war das Meer, hier werden Erinnerungen an japanische Farbholzschnitte wach. Das „Schloß der weißen Königin“ (1933) sieht genauso zauberhaft aus, wie der Name des Bildes erahnen läßt. Die auf seltsame Weise zugleich kühle, aber doch bewegende Poesie der Bilder Peyronnets kann zudem als bester Schlüssel zum Verständnis dienen, weshalb die naive Kunst zu einer der Quellen wurde, aus denen sich der Surrealismus speiste.

Die Zauberwelt des Dominique Peyronnet https://art-depesche.de/images/dominiquepeyronnet.jpg Ruedi Strese