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Richard Wilson „Italienische Landschaft (Morgen)“ (zwischen 1760 und 1765)

Berlin - Die malerische Darstellung von Landschaften um ihrer selbst willen wurde in Großbritannien maßgeblich von Richard Wilson mitbegründet. Die Loslösung von der für die Vedutenmalerei typischen Festlegung auf eine möglichst realistische Darstellung öffnete der Atmosphäre das Tor, womit Wilson zum Vorläufer der romantischen Meister wie John Constable (1776-1837) und William Turner (1775-1851) wurde.

1714 wurde er in Wales als Sohn eines Klerikers geboren. Nachdem er 1729 nach London gegangen war, lernte er zunächst bei dem weitgehend vergessenen Portraitmaler Thomas Wright, auch seine eigenen frühen Arbeiten waren Bildnisse. Von 1750 bis 1755 (nach anderer Darstellung 1757) hielt er sich in Italien auf, zuerst in Venedig, später in Rom, wo er Mitglied der Academy of English Professors of Liberal Arts, der britischen Kunstschule in Rom, wurde. Auf den Rat Claude Joseph Vernets und Francesco Zuccarellis begann er in Folge, sich ausschließlich der Landschaftsmalerei zu widmen.
Zurück in England, ließ er sich in diesem Bereich unter anderem von Claude Lorrain und der Landschaftsmalerei des holländischen Goldenen Zeitalters beeinflussen und schuf einen eigenen, stimmungsvollen und idealisierenden Stil, der bereits vieles vorwegnahm, was später in der Romantik typisch wurde. Dabei orientierte er sich an der damals verbreiteten Italiensehnsucht und Landschaften nach literarischen Vorlagen, mit dem großen Erfolg seines Werkes „The Destruction of the Children of Niobe“ (etwa 1759–60) kamen zunehmend Aufträge ins Haus.

1763 wurde Thomas Jones, gleichfalls Waliser und später ein bedeutender Landschafter, sein Schüler. 1768 gehörte Wilson zu den Mitbegründern der Royal Academy, er starb 1782 in seiner walisischen Heimat nach einem erfolgreichen Leben.

Richard Wilson – der erste große britische Landschafter https://art-depesche.de/images/Richard_Wilson_-_Italian_Landscape_Morning_-_Google_Art_Project_1024px.jpg Ruedi Strese