static-aside-menu-toggler
gkSearch
Spencer Gore „Hartington Square“

Berlin - Spencer Frederick Gore war einer der britischen (Post-)Impressionisten, die sich in der von Walter Sickert gegründeten Camden Town Group zusammenschlossen. Er malte Landschaften, Stadtansichten, Intérieurs und gesellschaftliche Szenen.
Er wurde 1878 als jüngstes von vier Kindern des Tennisspielers Spencer Gore geboren. Er studierte die Malerei an der Slade School of Fine Art in London. Einer seiner Lehrer war Philip Steer, dessen impressionistischer Stil, selbst geprägt von Monet und Seurat, ihn entscheidend beeinflußte. 1904 wurde er in Dieppe (Frankreich) mit Walter Sickert bekannt gemacht, dem nach Steer wohl wichtigsten Impressionisten Großbritanniens.

Zurück in London schloß er sich dessen Fitzroy Street Group an, gemeinsam mit Harold Gilman, Charles Ginner und Lucien Pissarro, dem Sohn Camille Pissarros. Von Sickert ließ er sich in dieser Zeit für das alltägliche Leben der „einfachen Leute“ und insbesondere Aktdarstellungen in kleinen Interieurs begeistern. Sickert selbst ließ sich von Gore dahingehend inspirieren, daß sich seine Farbpalette etwas aufhellte.

1909 trat Gore dem New English Art Club bei, und 1911 war er, wieder an der Seite Sickerts, Mitbegründer der postimpressionistischen Camden Town Group, deren erster Präsident er wurde. Im selben Jahr hatte er auch seine einzige Einzelausstellung, und zwar in der Chenil Gallery in Chelsea. 1913 schlossen sich die Fitzroy Street Group und die Camden Town Group zur London Group zusammen, auch hier war Gore wieder führend dabei.

Gore starb bereits im Frühjahr 1914, im Alter von nur 35 Jahren, an einer Lungenentzündung. In den letzten Monaten seines Lebens hatte er eine umfassende Landschaftsserie des Richmond Park gemalt. Nach Ansicht von Helena Bonett, Kuratorin der Tate Gallery, war diese Lungenentzündung auf Gores häufiges Malen im Freien im Richmond Park während der kalten und nassen Wintermonate zurückzuführen. Eine Ausstellung zu seinem Gedächtnis fand im Februar 1916 in der Carfax Gallery statt.
Anders als der ebenfalls impressionistisch bzw. postimpressionistische beeinflußte Sickert bevorzugte Gore einen deutlich leichteren Stil, der auf hellen Pastellfarben und bisweilen pointillistischer Tüpfeltechnik basierte. In einigen Landschaften finden sich Anklänge an Camille Pissarro. Wenn Gore den Neo-Impressionismus Seurats insgesamt auch als zu mechanisch und zu aufwendig verwarf, war der Einfluß doch unverkennbar.

Einige spätere Arbeiten, vor allem um 1912, zeigen Bezüge zu Cézanne und Gauguin, sind dabei jedoch weit farbenfroher. Auch der Fauvismus scheint Spuren hinterlassen zu haben. Alles in allem hinterließ Gore in seinem kurzen Leben ein sehr vielseitiges und durchaus beachtenswertes Oeuvre, bei welchem er viel experimentierte, ohne jedoch dem Häßlichen, Hektischen oder der Abstraktion anheimzufallen.

Verweise:
http://www.tate.org.uk/art/research-publications/camden-town-group/spencer-gore-r1105355

Spencer Gore: farbenfrohe Juwelen des britischen Impressionismus https://art-depesche.de/images/Hartington_square_1024px.jpg Ruedi Strese