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August Kopisch „Feuerspeiender Vesuv bei Mondschein“ (1844, Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, Foto: ART DEPESCHE)

Berlin - Mit August Kopisch (1799-1853) widmet sich die Alte Nationalgalerie in Berlin einem der vielseitigsten Künstler des 19. Jahrhunderts. Die derzeitige Sonderausstellung unter dem Titel „Maler, Dichter, Entdecker, Erfinder“ beleuchtet all diese verschiedenen Facetten.

Die Ausstellung beginnt mit einem kleinen Raum, welcher sich der Entdeckung der „Blauen Grotte“ auf Capri durch Kopisch und seinen Freund Ernst Fries, dem bedeutenden Maler der Heidelberger Romantik, im Jahre 1826 widmet und neben dem eigenen Gemälde Kopischs von 1834 die Darstellungen des gleichen Themas u.a. von Ernst Fries, Constantin von Kügelgen und Carl Friedrich Seiffert zeigt.

Im ersten seitlichen Gang geht es weiter um die Blaue Grotte im Speziellen und Kopischs Italienaufenthalt sowie seine Kontakte zu den dort ansässigen Deutschrömern im Allgemeinen, hier sind auch Werke Carl Blechens, Heinrich Frieds und August Wilhelm Ahlborns zu sehen; zu hören ist ferner eine Vertonung eines Kopischschen Textes durch Brahms.
Der nebenan gelegene Hauptraum versammelt, was durchaus als besonderes Verdienst zu werten ist, nahezu sämtliche erhaltenen Gemälde Kopischs, darunter auch das wohl bekannteste, „Die Pontinischen Sümpfe bei Sonnenuntergang“ (zu sehen in der Zweitfassung von 1848), welches allerdings eh zum festen Bestand der Nationalgalerie gehört. Prägendes Merkmal sind kraftvoll leuchtende Farben, das intensive Blau und feurige Rot können als besonderes Markenzeichen gelten. Festzuhalten ist, daß Kopisch einige seiner Farben selbst „erfand"; für jene Zeit ist der farbliche Eindruck durchaus ungewöhnlich.
Ansonsten geht es um Kopischs Wirken als Übersetzer und Erfinder, welches exemplarisch vorgestellt wird, gezeigt wird der „Schnellofen mit Spiritusheizung“, sowie die zu mehreren Versionen dieses Heizgerätes gehörenden Patente; ebenso wird die bedeutende Dante-Übersetzung mit einem entsprechenden Begleittext gewürdigt.

Der zweite Seitengang legt den Schwerpunkt auf Kopischs eigene Dichtung. Am bekanntesten dürfte dabei seine dichterische Bearbeitung der Heinzelmännchen-Sage sein, welche er nie selbst illustrierte, die jedoch von einer großen Zahl von Künstlern bebildert wurde; von den Ausgaben ist eine interessante Auswahl in einer Vitrine vertreten.
Alles in allem ist die übersichtliche und geschmackvolle Präsentation explizit zu erwähnen. Mit einem großen Besucherandrang ist angesichts des eher weniger bekannten Themas nicht zu rechnen, für kunsthistorisch Interessierte dürfte es sich jedoch um ein besonderes Schmankerl handeln; für Kinder gibt es einen Berichten zufolge lohnenden Audio-Guide.
Die Ausstellung wurde am 19.3. eröffnet und wird bis zum 17.7. zu besichtigen sein. Die Alte Nationalgalerie befindet sich als Teil der Museumsinsel in der Bodestraße in 10178 Berlin und ist von Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr (am Donnerstag bis 20 Uhr) geöffnet. Das Ticket kostet für die gesamte Sammlung einschließlich der Sonderausstellung 12,-, ermäßigt 6,- Euro.

Verweise:
http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/alte-nationalgalerie/ausstellungen/ausstellung-detail/august-kopisch-ndash-maler-dichter-entdecker-erfinder.html

August Kopisch – Maler, Dichter, Entdecker, Erfinder https://art-depesche.de/images/IMG_2453_1024px.jpg Ruedi Strese