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Walentin Serow „Das Mädchen mit den Pfirsichen“ (1887)
Berlin - Das Werk dieses großen Künstlers zählt zum bedeutendsten, was der russische Realismus hervorgebracht hat. Gleichzeitig gilt er als einer der dortigen Begründer der impressionistischen Schule. In jedem Fall ist seine Meisterschaft bis heute unbestritten.
Walentin Alexandrowitsch Serow wurde 1865 in St. Petersburg geboren, sein Vater war der Komponist und Musikkritiker Alexander Nikolajewitsch Serow (1829-1871), die Mutter Walentina Bergman, gleichsam Komponistin, hatte einen deutsch-jüdischen Hintergrund.
Von 1878-1879 lernte er bei Ilja Repin, dem Meister des russischen Realismus, in Paris und Moskau, 1880-1885 studierte er bei dem Historienmaler Pawel Tschistjakow an der Petersburger Kunstakademie. Diese beiden bedeutenden Lehrer hatten einen großen Einfluß auf Serows frühes Schaffen; doch mehr noch beeindruckten ihn frühere europäische Meister, deren Werke er in den verschiedenen Museen betrachten konnte. Er schloß die Akademie mit der Silbermedaille ab und begann eine Laufbahn als selbständiger Maler. Eines seiner bekanntesten und schönsten Bilder stammt aus jener Zeit; „Das Mädchen mit den Pfirsichen“ von 1887 gilt mit seinen lichten Farben und dem lockeren Pinselstrich weithin als Startschuß des russischen Impressionismus.
In den folgenden Jahren begann er, sich auf Portraits bekannter Persönlichkeiten zu konzentrieren; so malte er unter anderem den Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow (1898), den bedeutenden Realisten Isaak Lewitan (1893) oder den Schriftsteller Nikolai Leskow (1894).

1894 schloß er sich den Peredwischniki an, einer sehr einflußreichen Bewegung dem Realismus verschriebener Künstler, zahlreiche große Namen wie Wassili Perow, Isaak Lewitan, Ilja Repin, Iwan Kramskoi oder Grigori Mjassojedow finden sich unter ihren Mitgliedern.
Künstlerisch erweiterte Serow nach den Portraits großer Leute sein Blickfeld um Familienportraits; lebensnahe, ausdrucksstarke und bewegte Szenen mit Frauen und Kindern hatten es ihm besonders angetan. Als Beispiel kann „Kinder“ von 1899 dienen, hier malte Serow seine Söhne Sascha und Jura in noch deutlich impressionistisch beeinflußter Manier.
In den Folgejahren nutzte er neben der Ölmalerei zunehmend andere Techniken, wie Wasserfarben, Druckgraphiken und Pastelle, was zu einer noch größeren Ausdrucksstärke führte. In den späten Jahren des 19. Jahrhunderts gab es eine Phase, in welcher er sich mit Vorliebe mit Landschaften befaßte, diese wurde jedoch bald von von einer erneuten Fokussierung auf Portraits abgelöst; Zar Nikolai II. (1900) und Maxim Gorki (1904) gehörten zu den Dargestellten.

Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Maler lehrte Serow an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur. Unter seinen Schülern waren Pawel Kusnezow, Kusma Petrow-Wodkin, Konstantin Juon und Martiros Sarjan. 
In seinen letzten Lebensjahren nahm er Elemente des Symbolismus und Jugendstils auf, inhaltlich wandte er sich historischen und mythischen Themen zu; er starb 1911 in Moskau, wo er auch begraben liegt. Wie Serow und Repin zu ihrer Zeit, so finden sich übrigens auch im heutigen russischen Kulturkreis Maler, welche sich bei gewaltiger technischer Brillianz und einer durchaus spezifisch russischen Weise einer eindeutigen Zuordnung zu einer Schule entziehen; als herausragende Beispiele hatten wir bei ART-Depesche bereits Konstantin Golowin sowie Igor Egorow vorgestellt, das Erbe russischer Meister wie Repin und Serow lebt wohl in ihrem Werk fort.

Verweise:
http://vserov.ru
http://www.valentin-aleksandrovich-serov.org
http://www.tanais.info/art/en/serov.html
http://musings-on-art.org/russian-impressionism-1875-1895
Walentin Serow, Begründer des russischen Impressionismus https://art-depesche.de/images/Serov_devochka_s_persikami_1024px.jpg Ruedi Strese