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Alexandre Calame „Torrent de montagne par orage“ (Öl auf Leinwand, 1848)

Berlin - Der frankophone Schweizer Alexandre Calame gilt neben Barthélemy Menn als Hauptvertreter der an deutschen Romantikern wie auch französischen Zeitgenossen wie Camille Corot oder Théodore Rousseau orientierten Genfer Schule der Landschaftsmalerei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Calame kam 1810 in Arabie (heute zu Vevey gehörend) im Schweizer Kanton Waadt zur Welt. Sein Vater war ein Marmorarbeiter, verlor jedoch sein Vermögen, so daß der Sohn sich vorerst nicht der Kunst widmen konnte, sondern mit 15 Jahren ins Bankgeschäft eintrat. In seiner Freizeit fertigte er allerdings kleine Zeichnungen von Schweizer Landschaften an. Sein Arbeitgeber schien ihn für talentiert zu halten und ermöglichte ihm 1929, beim Landschaftsmaler Francois Diday Unterricht zu nehmen. Nur wenige Monaten später machte er die Malerei zu seiner Hauptlebensaufgabe.
1835 konnte er seine Schweizer Alpen- und Waldgemälde in Paris und Berlin ausstellen. Insbesondere in Deutschland erhielt er großen Zuspruch. 1838 ging er nach Düsseldorf und kam in guten Kontakt mit der romantischen Düsseldorfer Schule. Sein „Orage à la Handeck“ gilt als das typischste Werk der romantischen Schweizer Alpenmalerei. 1842 gab es eine weitere Ausstellung einiger seiner Werke im Pariser Salon, er wurde gar zum „Ritter der Ehrenlegion“ ernannt.

1844 besuchte er mit einigen Schülern Italien, wo er sich gleichsam zu zahlreichen Bildern italienischer Landschaften inspirieren ließ; die Alpenlandschaft blieb jedoch sein Schwerpunkt. Er gab überdies Unterricht in Genf, wo der Hamburger Adolf Mosengel 1861 zu seinen Schülern zählen sollte; 1864 starb er in Menton an der Côte d'Azur.

Calames zumeist alpine, idyllische Landschaften mit ihren Gletschern, leichten Wolken, schroffen Felsen und windgepeitschten Bäumen zeichnen sich durch große Detailgetreue und Naturnähe aus, die Farben sind oft kraftvoll, das Sonnenlicht spielt eine große Rolle. Im Vergleich zu den Werken der Romantiker um Caspar David Friedrich sind Calames meisterlich ausgeführte Gemälde relativ „leichte Kost“, als dem Maler der Schweizer Alpen schlechthin kommt ihm doch gerechtfertigterweise einiges an Bedeutung zu.

Verweise:
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D21996.php
http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4000036
http://www.nzz.ch/feuilleton/bildansichten/die-natur-wie-er-sie-sah-1.17861016

Alexandre Calame – romantische Schweizer Alpenlandschaften https://art-depesche.de/images/Alexandre_Calame_Torrent_de_montagne_par_orage_1848_gr_1024px.jpg Ruedi Strese