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Malcolm Drummond „Backs of Houses, Chelsea“ (1914)

Berlin - Malcolm Drummond gehörte zu den englischen Postimpressionisten, welche sich in der Camden Town Group um Spencer Gore und Walter Sickert zusammengeschlossen hatten. Relativ bekannt wurde er vor allem mit seinen Interieurs und Städteansichten.

Geboren wurde er 1880 bei Maidenhead in Berkshire als Sohn eines Vikars der anglikanischen Kirche. Er studierte Geschichte am Christ Church College in Oxford, wo er 1902 abschloß. Er arbeitete zunächst als Hausverwalter, entschied sich jedoch 1903 seiner wahren Leidenschaft nachzugehen, der Malerei.

Von 1903 bis 1907 studierte er an der Londoner Slade School of Art und von 1908 bis 1910 bei Walter Sickert an der Westminster School of Art. 1910 war er unter Sickerts ersten Schülern an dessen neugegründeter Kunstschule Rowlandson House.

Wie eine ganze Reihe von Künstlern aus Sickerts Umfeld gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der 1911 bis 1913 bestehenden bekannten Vereinigung vorrangig dem Postimpressionismus zuzurechnender Künstler namens Camden Town Group, mit welcher er auch ausstellte. Andere Mitglieder waren Spencer Gore, Wyndham Lewis, Harold Gilman und Lucien Pissarro, der Sohn des französischen Impressionisten Camille Pissarro.

Auch der Nachfolgeorganisation, der London Group, gehörte er seit ihrer Gründung im Jahr 1913(14?) an. Er diente dieser zeitweise als Schatzmeister und beteiligte sich bis 1929 (nach anderen Angaben bis 1932) an den von ihr organisierten Ausstellungen. Eine Soloausstellung hatte er Zeit seines Lebens nicht.

Zudem lehrte er selbst an der Westminster School of Art, bis er 1931 nach dem Tod seiner ersten Frau Zina Lilias Ogilvie, einer fähigen Konzertpianistin und Illustratorin, London verließ und zurückging nach Berkshire. 1937 verlor er nach einem Unfall auf einem Auge die Sicht, 1943 erblindete er vollständig. Er starb 1945, die Jahresausstellung der London Group widmete ihm zum Gedenken einen gesonderten Teil. Nach seinem Tod konnte er etwas aus der Vergessenheit geholt werden, es gab seither mehrere Ausstellungen, die sich mit seinem Werk befaßten.
Sein Stil erinnert zum Teil durchaus an jenen anderer Mitglieder der Camden Town Group bzw. London Group, wie Spencer Gore oder Harold Gilman, die Formen sind recht einfach und es wird mit Tüpfeltechnik wie auch breiten Farbflächen gearbeitet, Drummond ist dabei jedoch zurückhaltender in der Farbgebung. Wer mit der „feinen englischen Art des Postimpressionismus“ etwas anfangen kann, wird sicher auch Drummond mögen.

Verweise:
http://artuk.org/discover/artists/drummond-malcolm-18801945
http://www.tate.org.uk/art/research-publications/camden-town-group/malcolm-drummond-r1105356

Malcolm Drummond – Postimpressionismus auf die feine englische Art https://art-depesche.de/images/Backs_of_Houses_Chelsea_Malcolm_Drummond_-_1914_1024px.jpg Ruedi Strese