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Lászlo Paál „Barbizoni táj“ (1873)

Berlin - Als „Vater des ungarischen Impressionismus“ wird üblicherweise Károly Ferenczy bezeichnet. Tendenzen in diese Richtung zeigen sich jedoch bereits bei Lászlo Paál, einem Schöpfer dezenter und stimmungsvoller Landschaftsgemälde, welcher sich an der Schule von Barbizon orientierte.
Geboren wurde Lászlo Paál 1846 in Sameschdorf (Siebenbürgen) als Sproß einer aristokratischen Familie. Früh bereits zeigte sich seine Neigung zur Kunst; sein erster Lehrer wurde der Genremaler Pál Böhm. 1864 ging er auf väterlichen Wunsch nach Wien, um dort Jura zu studieren, schrieb sich jedoch schließlich an der Akademie der Bildenden Künste ein, wo er 1866 ein Student des deutschen Landschaftsmalers Albert Zimmermann wurde.

1869 nahm er in München erstmals an einer größeren Ausstellung teil, dort kam er mit Künstlern der Schule von Barbizon in Kontakt, was sich prägend auf seinen Stil auswirken sollte. Im Folgejahr ging er mit dem Landschafter Eugen Jettel für eine Studienreise in die Niederlande, auf Anraten seines Freundes, des bedeutenden ungarischen Realisten Mihály Munkácsy, schrieb er sich an der Düsseldorfer Kunstakademie ein. 1871 reiste er nach London und lernte die Landschaften John Constables kennen.

1873 schloß er sich selbst der Künstlerkolonie von Barbizon an, seither nahm er auch regelmäßig an Ausstellungen des Pariser Salons teil. Auf der Weltausstellung 1873 in Wien und der Pariser Weltausstellung 1878 wurde er ausgezeichnet. Er starb im Frühjahr 1879, im Alter von nur 33 Jahren, in Charenton-le-Pont bei Paris.

Sein bekanntes Werk umfaßt lediglich 65 Gemälde, ausschließlich Landschaften, die jedoch in der ungarischen Malerei eine besondere Stellung haben. Von einer realistischen Malweise wandte er sich zusehends impressionistischen Auffassungen zu, spätere Werke zeigen Tüpfeltechniken und eine stärkere Betonung der Wirkung des Lichts. Unmittelbaren Einfluß hatte er nicht nur auf seinen Freund und Landsmann Mihály Munkácsy, sondern auch auf spätere impressionistische Größen des Auslands, darunter  den Deutschen Max Liebermann und den Schweden Carl Fredrik Hill.

Verweise:
http://www.wga.hu/frames-e.html?/html/p/paal/
http://www.hung-art.hu/frames-e.html?/english/p/paal/index.html

Lászlo Paál – protoimpressionistische Landschaften aus Ungarn https://art-depesche.de/images/Pal_Lszl_-_1873_krl_-_Barbizoni_tj_1024px.jpg Ruedi Strese