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Viktor Oliva „Der Absinthtrinker“ (1901)

Berlin - Wie andere Künstler des Jugendstils übte der Tscheche Viktor Oliva sich in einer Vielzahl von Techniken und Ausdrucksmitteln und verband diese Vielseitigkeit mit Eleganz und Geschmackssicherheit.

Geboren wurde Oliva 1861 in Nové Strašecí (deutsch: Neustraschitz) im damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Mittelböhmen. Er studierte zunächst an der Akademie der Bildenden Künste in Prag bei František Sequens, der vor allem historische und religiöse Gemälde geschaffen hatte. Anschließend ging er nach München, um an der dortigen Akademie zu studieren und schloß sich der tschechischen Künstlervereinigung „Škréta“ an. Weitere Mitglieder waren der Maler und Illustrator Luděk Marold, der sich vor allem durch sein Panoramabild zur Schlacht von Lipany einen Namen machen sollte, sowie Alfons Mucha, wie Oliva einer der herausragendsten Repräsentanten des tschechischen Jugendstils.

1888 wechselte er an den Pariser Montmartre, wo er für einige Jahre wohnen sollte und sich der dortigen bestehenden Gruppe böhmischer Künstler annäherte (von diesen kommt der moderne Gebrauch des Begriffs der Bohème, wobei Bohémiens ursprünglich die aus Böhmen kommenden Roma und später weithin die untersten Schichten und fahrendes Volk meinte), dazu zählten wie Mikoláš Aleš, Jakub Arbes und Karel Vítězslav Mašek, der zuvor in München auch bereits  Škréta“ angehört hatte.

Wie andere Künstler dieses Umfelds ging Oliva schließlich zurück nach Böhmen und wurde 1897 Bildredakteur der Zeitung „Zlatá Praha“ („Goldenes Prag“) sowie der Enzyklopädie „Ottův slovník naučný“ („Ottos Konversationslexikon“); eine Stelle, welche er 19 Jahre behalten sollte. Zur selben Zeit heiratete er und wurde 1898 Vater, die Frau brannte jedoch durch und ließ ihn mit dem Sohn allein.

Eine besondere Rolle spielte für ihn die enge Freundschaft mit dem Reiseschriftsteller Josef Kořenský, dessen Werke er illustrierte. Oliva bewegte sich sicher in verschiedensten Bereichen der Kunst, er bebilderte Bücher, zeichnete sich für Bühnendekorationen verantwortlich, malte hochwertige Landschaftsbilder ebenso wie Plakate oder Deckengemälde. Sein bekanntestes Werk ist „Der Absinthtrinker“ von 1901; Oliva hatte das Getränk in Paris für sich entdeckt. Als er 1928 in Prag starb, war er ein erfolgreicher und angesehener Künstler.

Viktor Oliva: Absinth und böhmischer Jugendstil https://art-depesche.de/images/The_Absinthe_Drinker_by_Viktor_Oliva_gr_1024px.jpg Ruedi Strese