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Lars Jonson Haukaness „Mount Temple“ (Öl auf Leinwand, 1928)

Berlin - Norwegen hat eine kleine Zahl impressionistischer Maler hervorgebracht, von denen Frits Thaulow und Christian Krohg vermutlich die bekanntesten sind. Ein weiterer Norweger, der Erwähnung verdient, ist Lars Jonson Haukaness, dessen künstlerische Karriere sich jedoch vornehmlich in Nordamerika abspielte.

Haukaness (nach anderer Schreibweise Haukness) wurde 1863 im zur Gemeinde Granvin gehörenden Dorf Folkedal im norwegischen Hordaland geboren. Von 1882 bis 1885 studierte er an der Königlichen Kunstakademie (heute: Norwegische Nationale Akademie der Kunsthandwerks- und Kunstindustrie) in Kristiania (heute: Oslo). Sein Lehrer war der bedeutende Porträt- und Historienmaler Knud Bergslien (1827-1908), zu dessen Schülern u.a. auch Edvard Munch zählte.

1888 emigrierte er (nicht als einziger norwegischer Künstler) in die USA und ließ sich in Chicago nieder. Von 1892 bis 1893 arbeitete er als Maler und Designer für die Chicagoer Weltausstellung „World's Columbian Exposition“. 1894 konnte er im Kunstmuseum Chicago ausstellen. 1901 und 1902 stellte das Art Institute of Chicago Arbeiten Haukaness' aus. Von 1902 bis 1909 war er in Madison (Wisconsin) und Spring Grove (Minnesota) als Portrait- und Landschaftsmaler tätig.

Von 1909 bis 1913 lebte er wieder in Norwegen. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten konnte er seine Bilder in Chicago, Madison und Minneapolis ausstellen. 1921 zog er nach Winnepeg in der kanadischen Provinz Manitoba, wo er Kunst unterrichtete. 1923 wurde er in der Chicago-Norwegischen Ausstellung ausgezeichnet. Die Minnesota State Fair, eine der bedeutendsten Messen in den USA, zeigte 1925 einige seiner Werke. 1926 zog er nach Calgary (Provinz Alberta), wo er am Provinzinstitut für Technologie und Kunst (jetzt „Alberta Hochschule für Kunst und Design“) unterrichtete; sein berühmtester Schüler dürfte der expressionistische Maler und Architekt Maxwell Bates (1906-1980) gewesen sein.

Haukaness war für seine in erdigen Tönen gehaltenen impressionistischen Landschaften geschätzt, insbesondere die Bergwelt hatte es ihm angetan; er verbrachte den Sommer oft alleine zeichnend in den Rocky Mountains. Er starb 1929 auf einer Skizzenexkursion am Lake Louise, von einem Herzschlag ist die Rede, doch auch die Ansicht, er sei von einem Grizzly getötet worden, ist zu lesen. 1931 fand in Calgary eine große Gedächtnisausstellung statt. An verschiedenen Orten sind Werke Haukaness' zu besichtigen, unter anderem im Minneapolis Institute of Art sowie in der Kunstsammlung der Universität Alberta.

Verweise:
http://collections.museums.ualberta.ca/uaac/uaac/artistdetails.aspx?key=910
http://www.mhs.mb.ca/docs/people/haukaness_l.shtml
http://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/lars-jonson-haukaness/

Lars Haukaness - Ein norwegischer Impressionist in Amerika https://art-depesche.de/images/DisplayImage.jpg Ruedi Strese