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Ernst Deger „Maria als Himmelskönigin mit Kind“ (Altarseitenbild der Düsseldorfer Andreaskirche, 1836/37)

Düsseldorf - Die Düsseldorfer Malerschule ist kunsthistorisch keine einheitliche Strömung. Auch wenn sie vorwiegend mit der Romantik in Verbindung gebracht wird, spannt sich ihr Wirken von Klassizismus, Historienmalerei und religiöser Kunst bis hin zum Realismus. Unter den dezidiert katholischen Künstlern der Düsseldorfer Nazarener war Ernst Deger sicher einer der wichtigsten.

Deger wurde 1809 in Bockenem bei Hildesheim in Niedersachsen geboren. 1828 begann er sein Studium an der Berliner Kunstakademie bei dem Klassizisten Karl Wilhelm Wach, wechselte jedoch, nachdem er von Bildern der Düsseldorfer Schule beeindruckt war, im Folgejahr an die Kunstakademie Düsseldorf, der seit 1825 Friedrich Wilhelm von Schadow vorstand, bei dem Deger nun Unterricht nahm. Schadow, ein katholischer Konvertit, war zuvor selbst Schüler Wachs gewesen und gilt, neben dem Nazarener Peter von Cornelius, als Begründer der Düsseldorfer Malerschule. Von 1834-35 gehörte Deger Schadows Meisterklasse an.

Deger war ein sehr frommer Katholik und widmete sich in dieser Zeit bereits vorrangig religiösen Motiven. 1836/37 malte er ein Altarbild für die Düsseldorfer Andreaskirche, die „Himmelskönign“, welches aufgrund seiner schlichten Schönheit große Popularität gewann und als Wandschmuck und Illustration von Gebetsbüchern weite Verbreitung fand. Maria hält hier den kleinen Jesusknaben in den Armen, und dieser schaut den Betrachter unmittelbar an, mit seinen Armen bildet er ein Kreuz.

1837 ging er mit den gleichfalls den Nazarenern zugehörigen Brüdern Andreas und Karl Müller sowie Franz Ittenbach nach Italien, um in Rom und Florenz Wandmalereien alter Meister zu studieren, er blieb dort bis 1842.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland führte er von 1843-1851 mit den Müller-Brüdern und Ittenbach die Arbeiten an den Freskos der Apollinariskirche bei Remagen am Rhein aus. Die bedeutenden Schöpfungen der deutschen religiösen Malerei stellen Motive aus der Geschichte Christi dar.

In den nächsten Jahren gestaltete er im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. die religiösen Wandmalereien der Kapelle des Koblenzer Schlosses Stolzenfels, welche als sein Hauptwerk gelten, anschließend ließ er sich in Düsseldorf nieder. 1857 und 1859 waren religiöse Gemälde Degers im Pariser Salon zu besichtigen. In den Folgejahren wurde er Professor an der Münchener Kunstakademie, Mitglied der Berliner Kunstakademie und 1869 schließlich erhielt er eine Professur für religiöse Historienmalerei in Düsseldorf, wo u.a. Friedrich Stummel als Schüler seinem Weg folgte. Deger starb 1885 in Düsseldorf. Seine Arbeiten in ihrer vornehmen Eleganz dürfen zum Höchsten der späten sakralen Kunst Deutschlands gehören.

Verweise:
http://www.newadvent.org/cathen/04677b.htm

Ernst Deger, ein Meister des Sakralen https://art-depesche.de/images/Ernst_Deger_Maria_als_Himmelsknigin_mit_Kind.jpg Ruedi Strese