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Marcantonio Franceschini „Geburt des Adonis“ (ca. 1685-90, Öl auf Kupfer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden)

Berlin - Als bedeutendster Schüler und Nachfolger Carlo Cignanis war Marcantonio Franceschini im Grunde ein Spätausläufer der Bologneser Schule innerhalb des italienischen Barock. Einen Platz in der Kunstgeschichte sicherte er sich vor allem durch seine Kirchenfresken.

Er wurde 1648 in Bologna geboren. Unterricht erhielt er bei Carlo Cignani, der seinerseits bei Francesco Albani gelernt hatte; er setzte die Linie Albani-Cignani fort. Die Verbindung zwischen Franceschini und Cignani ging allerdings weiter. Sie schufen unter anderem von 1678-1681 gemeinsam die Fresken des Palazzo del Giardino in Parma, zudem arbeitete Franceschini eng mit seinem Schwager Luigi Quaini zusammen, einem Cousin Cignanis.

Eine ganze Reihe von Mäzenen erstanden Gemälde Franceschinis zu religiösen und mythologischen Themen. In Bologna war er unter anderem für einige Deckenmalereien des Palazzo Ranuzzi (1680) sowie des Palazzo Marescotti Brazzetti (1682) zuständig, von 1688-1694 beschäftigte er sich dort mit der Ausschmückung der Kirche des Corpus Domini.

In Modena gestaltete er die Decke des Ehrensaals des Palazzo Ducale. Paläste in Genua wurden von ihm ebenso verziert ebenso wie der Wiener Palast des Prinzen Johann Adam I von Liechtenstein (nun das Liechtenstein Museum). Gleichsam war er an Vorarbeiten zu Mosaiken des Petersdoms in Rom beteiligt. Papst Clemens XI schlug ihn zum Ritter, darauf wurde er 1711 Gründungsmitglied und erster Direktor der Akademie der Bildenden Künste in Bologna.

Franceschinis Werke sind in starken Farben gehalten, Blau und Rot treten besonders hervor. Er arbeitet überaus genau und recht plastisch, und wie man ihn als späten Vertreter der Bologneser Schule einordnen kann, betonen einige Kunsthistoriker seine Übernahme von Elementen der französischen Neoklassik und zählen ihn zu den Überwindern des Barock, auch als Grenzfall von Barock und Rokoko wird er angesehen („Barochetto“).

In seinem Atelier hatte er zahlreiche Schüler und Gehilfen, die es selbst zu einem gewissen Erfolg bringen sollten, darunter Antonio Cifrondi und Giacomo Boni; auch sein Sohn Jacopo trat in seine Fußstapfen. Marcantonio Franceschini starb 1729 in seiner Heimatstadt.

 

Verweise: http://www.newadvent.org/cathen/06205a.htm

Marcantonio Franceschini, Spätbarock aus Bologna https://art-depesche.de/images/Birth_of_Adonis_oil_on_copper_painting_by_Marcantonio_Franceschini_c._1685-90_Staatliche_Kunstsammlungen_Dresden.jpg Ruedi Strese