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Brunhild Schwertner „Leuchtendes Wasser“

Berlin - Brunhild Schwertner, Schöpferin zeitlos schöner Gemälde im leuchtendsten impressionistischen Stil, haben wir unseren Lesern bereits vorgestellt. Von ihren irgendwo zwischen Monet und van Gogh beheimateten Bildern verzaubern ließ sich auch der US-amerikanische Dichter Simon Johann Andresen, und es ergab sich eine Zusammenarbeit, die nun in Gestalt eines kleinen Büchleins in die Welt der geronnenen Fakten trat.

„Shining Water“ („Leuchtendes Wasser“) ist der Titel des Werkes. Grundlage waren Schwertners Gemälde, zu diesen verfaßte Andresen seine Gedichte, dank der Übersetzung von Heino Günther sind sie auf Deutsch und Englisch zu lesen. Die Gestaltung ist sehr klar und übersichtlich; je einem Bild stehen ein Gedicht und dessen Übersetzung gegenüber, so daß man gleichzeitig das Gedicht und das passende Bild auf sich wirken lassen kann.
Wenn wir die Bilder der in Schweinfurt lebenden Brunhild Schwertner „zwischen Monet und van Gogh“ angesiedelt haben, läßt sich dies durchaus präzisieren. Aus der monetschen Traditionslinie stammt das genaue Gespür für Farben und Lichteffekte, wobei die „Welt“ hier zwar mächtig ins Flackern gerät; die Grenze aber, wo sie sich in Licht aufzulösen beginnt, wie beim späten Monet, wird selten überschritten. Der Gegenstand scheint als solcher respektiert. An Vincent hingegen erinnert die hohe Dynamik, die den Prozeß sichtbar werden läßt, freilich ohne in Raserei auszuarten. Nicht von verzehrendem Feuer, sondern von liebevoller Beobachtung sprechen die in herrlichen Farben gehaltenen und lebendigen Landschaften, Gärten, Städteansichten.

Zu den Gedichten ist zunächst festzustellen, daß auf den Reim verzichtet wird, auch auf andere klangmalerische Mittel. Eher ist von lyrischer Prosa zu sprechen, die Texte haben den Charakter kurzer Geschichten, wobei oft mit lockeren Gedanken und Assoziationen gespielt wird, die bisweilen erst durch den Grund des Bildes, auf den sie in lakonischem Stil gestickt sind, ein Ganzes ergeben, mal bitter, mal nachdenklich, bisweilen auch zum Schmunzeln anregend. Lockeres Fließen, Momentaufnahmen, hier ist durchaus impressionistischer Geist zu spüren. Die Übersetzungen sind für sich gelungen, weichen aber zum Teil recht deutlich von den Originalen ab, weshalb es sich empfiehlt, beide Fassungen zu lesen. Zu bemängeln wären einzig einige Rechtschreibfehler, hier wäre bei einem solchen Kleinod mehr Sorgfalt zu wünschen gewesen. Eine spezielle Reihenfolge der Bilder und Dichtungen ist nicht erkennbar. 
„Shining Water“ ist insgesamt ein wirkliches Schmuckstück geworden. Einem Liebhaber impressionistischer Malerei auf den Gabentisch gelegt, dürfte es Anlaß zu gewaltiger Freude sein. Bestellt werden kann es bei Amazon. Geheimtip!

Brunhild Schwertner, Simon Johann Andresen „Shining Water (Leuchtendes Wasser“), Rose Books 2016

Verweise:
https://www.amazon.de/Shining-Water-Poems-Inspired-Paintings/dp/1530619149/277-7527708-1366236?ie=UTF8&ref_=sr_1_fkmr0_1&s=books
http://impressionistische-malerei.jimdo.com
https://www.facebook.com/LeuchtendesWasser/?fref=ts
https://www.facebook.com/impressionistischemalerei/?fref=ts
https://www.facebook.com/poetrySimonJohannAndresen/?fref=ts

„Leuchtendes Wasser“ - Impressionismus und Dichtung https://art-depesche.de/images/image1-5.JPG Ruedi Strese