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Paul Gustav Fischer „Sonnenbaden in den Dünen“ (1916)

Berlin - Paul Gustav Fischer gehörte zu den frühen Naturalisten in Dänemark, wobei er sich jedoch dabei stark vom Impressionismus beeinflussen ließ. Zudem war er einer der ersten, welche die Plakatkunst in Dänemark als eigenständige Richtung etablierten.

Geboren wurde er 1860 in Kopenhagen. Familie Fischer stammte ursprünglich aus dem polnischen Judentum, der Vater hatte als Maler begonnen, sich später jedoch auf die Herstellung und Vermarktung von Lacken und Farben verlegt.

Paul Fischer begann bereits in jungen Jahren unter Anleitung des Vaters zu malen, studierte aber nur zwei Jahre Zeichnen an der Königlich Dänischen Kunstakademie, von 1876-78, das Studium beendete er nicht, was sich zunächst als Karrierehindernis darstellte. Er begann erst mit Zeichnungen, dann mit dem Malen städtischer Szenen. 1882 konnte er ein Bild an eine dänische Zeitschrift verkaufen, was ihm die Tür zur Kunstwelt öffnete, er knüpfte Kontakte zu den dänischen Naturalisten und ließ sich von diesen beeinflussen.

Zwei längere Aufenthalte in Paris Anfang der 1890er Jahre führten zu einer deutlichen Aufhellung seiner Farbpalette. Weiterhin blieben Städteansichten sein Schwerpunkt, neben Kopenhagen verewigte er Schweden, Deutschland und Italien. Einen besonderen Einfluß übte der Schwede Carl Larsson auf ihn aus, welcher das schwedische „Arts and Crafts Movement“ herausragend repräsentierte und als Schöpfer des grandiosen „Midvinterblot“ Kunstgeschichte schrieb.

Thematisch wandte sich Fischer in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts sonnenhaften Strandszenen zu, oft mit weiblichen Akten, welche er in natürlicher Schönheit darstellte. Diese Bilder stießen auf großes Interesse.

Zudem begann er, sich für die Plakatkunst zu interessieren, dabei ließ er sich von den Franzosen Théophile Steinlein und Henri de Toulouse-Lautrec inspirieren. Des Weiteren beschäftigte Fischer sich mit der Fotografie, eine große Zahl solcher Bilder (Stadtansichten, Portraits und Aktfotografien) ist erhalten. Sie dienten zum Teil als Vorlagen seiner Gemälde, doch hatten durchaus auch ihren Eigenwert.

Der Erfolg Fischers bei der Kunstkritik war seinerzeit eher gering und konnte bei weitem nicht mit dem durchaus beachtlichen kommerziellen Erfolg mithalten. Ein Höhepunkt war jedoch, daß, als Schweden 1905 Norwegen in die Souveränität entlassen mußte, es Fischer war, der vom norwegischen König Hakon VII. (dem vormaligen dänischen Prinzen Carl) den Auftrag erhielt, das Ereignis festzuhalten. Paul Gustav Fischer starb 1934 in Gentofte in Ostdänemark.

Paul Gustav Fischer – lichtvoller Naturalismus aus Dänemark https://art-depesche.de/images/Fischer_Paul_Sunbathing_In_The_Dunes.jpg Ruedi Strese