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Henri Moret „Port Manech“ (1896)

Berlin - Henri Moret zählt zu den bedeutendsten Vertretern der zweiten Generation französischer Impressionisten und des Post-Impressionismus. Vor allem wird sein Werk mit der um Gauguin versammelten Künstlergruppe von Pont-Aven in der Bretagne in Verbindung gebracht.

Geboren wurde er 1856 in Cherbourg in der Normandie (war also rund 15 Jahre jünger als Monet und etwa 8 Jahre jünger als Gauguin). Aus seinem frühen Leben ist wenig bekannt, doch 1875, während seines Militärdienstes, entdeckt sein Kommandeur sein Talent und macht ihn mit dem Zeichenlehrer und Marinemaler Ernest Corroller bekannt. Dieser lehrte ihn in der Kunst der Landschaftsmalerei, wie sie Gustave Courbet und Camille Corot zuvor praktiziert hatten, und nach einem Jahr war er weit genug vorangekommen, um sich an der École des Beaux-Arts in Paris einschreiben zu können.

Dort studierte er ab 1876 bei dem Portraitmaler Rudolf Lehmann und dem akademischen Historienmaler Jean-Léon Gérôme und ab 1880 bei Jean-Paul Laurens, ebenfalls ein Historienmaler. In diesem Jahr durfte er auch erstmals im Pariser Salon ausstellen. Den Kontakt mit seinem früheren Lehrer Corroller, dem er soviel verdankte, behielt er aufrecht und besuchte ihn häufig in der Bretagne.

1888 kam er erstmals nach Pont-Aven, wo sich eine ganze Reihe von Künstlern um Paul Gauguin zusammengefunden hatten, darunter Ernest de Chamaillard, Charles Lavant und Émile Jourdan. Später zog er als einer der ersten Künstler der Gruppe an den naheglegenen Hafenort Le Pouldu, welcher sich zum neuen Zentrum der Gruppe entwickeln sollte.

1891 verließ Gauguin seine Jünger, und Moret begann, einen eigenen, zwischen Impressionismus und Symblismus zu verortenden Stil zu entwickeln. 1895 entstand eine Kooperation mit Paul Durand-Ruel, dem Kunsthändler, welcher bereits in besonderem Maße und mit viel Geduld dazu beigetragen hatte, den Impressionismus zu einer angesehenen und auch verkäuflichen Kunstrichtung zu machen. Über 600 Gemälde entstanden während dieser Zusammenarbeit, welche in Paris, London und New York an den Mann gebracht wurden.

Stilistisch hatte sich Moret zunächst von seinem ursprünglich recht traditionellen Stil den farbenfrohen, recht flächigen Bildern der Schule von Pont-Aven zugewandt, schließlich entwickelte er sich mehr und mehr zum reinen Impressionisten, der sich mit zahlreichen feinen Farbtupfern darauf konzentrierte, Licht und Farbwirkung der (meist bretonischen) Landschaften festzuhalten. Als er 1913 in Paris starb, konnte er auf ein überaus umfangreiches Oeuvre zurückblicken.

Henri Moret – von Pont-Aven zum späten Impressionisten https://art-depesche.de/images/Moret_Port_Manech_1896.jpg Ruedi Strese