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Giovanni Boldini „Portrait von Madame de florian“ (Öl auf Leinwand, zwischen 1900 und 1910)

Berlin - Der italienische Maler, Zeichner und Grafiker Giovanni Boldini errang seine größten Erfolge im Paris der Belle Époque. Er gilt als einer der bedeutendsten Portraitkünstler seiner Zeit, stilistisch ist er zwischen Realismus und Impressionismus zu verorten.

Boldini betrat die Welt 1842 in Ferrara, er entstammte einer angesehenen Malerfamilie. Sein Vater, der sich als Maler mit religiösen Themen befaßte, und sein Schwager gaben ihm den ersten Zeichenunterricht, von 1862-1868 studierte er an der Florentiner Akademie. Dort kam er mit der Macchiaioli genannten Gruppe realistischer Maler (Giovanni Lanfredini, Serafino De Tivoli, Cristiano Banti, Michele Gordigiani und Luigi Bechi) in Kontakt, welche sich ähnlich den etwas später bekannt gewordenen französischen Impressionisten der Freilichtmalerei widmeten und versuchten, Licht, Schatten und Farbe auf möglichst natürliche Weise festzuhalten.

Freilichtmalerei und später Impressionismus schlugen sich in Boldinis Werk nieder, der mit raschen Pinselstrichen einen recht eigenen, flüchtigen Stil von verhaltener Farbigkeit und starker Dynamik, die in gewisser Weise den Expressionismus vorwegnimmt, entwickelte, in dem er zuerst Genreszenen und Landschaften malte; mit der Zeit legte er seinen Schwerpunkt allerdings zusehends auf Portraits.

1870/71 feierte er recht beachtliche Erfolge in London, 1871/72 ließ er sich in Paris nieder. Hier sollte er wirklich zu Ruhm gelangen. Er baute zahlreiche Künstlerkontakte auf, unter anderem zu Paul César Helleu, John Singer Sargent, Robert de Montesquiou, Philip Alexius de László und James McNeill Whistler, den er auch porträtierte (eenso wie Adolph von Menzel). Mit Edgar Degas verband ihn eine enge Freundschaft.

Insbesondere Aufträge aus Adelskreisen begründeten in den 1880er Jahren seinen Ruf als einer der besten Portraitmaler seiner Zeit.

1889 wurde er auf der Pariser Exposition Universelle zum Leiter der italienischen Sektion ernannt, 1890 erfolgte seine Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion. Auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1895 erhielt er eine kleine Goldmedaille. Er starb 1931 in Paris. Seine Werke finden sich in bedeutenden Museen wie dem New Yorker Metropolitan Museum, dem Musée d'Orsay in Paris und der National Gallery of Australia und erzielen auf dem Kunstmarkt Höchstpreise.

Giovanni Boldini - ein italienischer Portraitkünstler im Paris der Belle Époque https://art-depesche.de/images/Giovanni_Boldini_-_Portrait_de_madame_de_Florian.jpg Ruedi Strese