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Jörn Kempfer „Philosophische Landschaft“ (1992)

Berlin - Noch bis zum 19. November 2016 präsentiert die Berliner Galerie Taube, welche sich bereits seit ihrer Gründung im Jahr 1973 exklusiv der zeitgenössischen gegenständlichen Malerei verschrieben hat, eine Werkschau aus verschiedenen Phasen des Malers und Bildhauers Jörn Kempfer.

Jörn Kempfer, geboren 1958 in Duisburg-Homberg und aufgewachsen in Moers, studierte von 1981-86 Malerei an der Universität der Künste Berlin. Seit 1987 ist er als freischaffender Maler tätig und zudem Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Berlin. 1995 begann er zudem mit der Bildhauerei, seit 2000 ist er auch als Dozent für Malerei und Bildhauerei in der Erwachsenenbildung tätig. Er hat Ateliers in Berlin, Moers und Duisburg.

Kempfer kann auf eine Reihe von Ausstellungen im Inland, vor allem in Berlin, Moers und Duisburg, zurückblicken. Auch in der Schweiz und Frankreich waren seine Werke bereits zu sehen. Mit der Galerie Taube arbeitet er seit deren Dezembersalon im Jahre 1985 zusammen.
Die aktuelle Ausstellung zeigt mit den etwa 35 Ölgemälden verschiedenen Formats und einigen Zeichnungen einen durchaus lohnenden Überblick über unterschiedliche Schaffensphasen Kempfers. Früheste Arbeiten sind dabei zwei aus der Mitte der 80er Jahre stammende Stilleben, das ältere der beiden wirkt wie eine anarchisch-farbenfrohe Neuauflage des barocken Vanitas-Motivs.

Bei mehreren ziemlich gelungenen Darstellungen der Berliner Schillingbrücke um 1990 steht ebenfalls die Farbigkeit im Vordergrund; hier ließe sich durchaus von einer impressionistischen Phase sprechen.
In den folgenden Jahren schwindet nach und nach die Farbe, auch die Form wird vereinfacht und die Fülle der Bilder deutlich reduziert. Die zunehmend in düsteren Grautönen gehaltenen Intérieurs und Stilleben wissen dennoch zu gefallen, letztere erinnerten der Verfasser dieser Zeilen etwas an Cézanne, sind jedoch deutlich stärker gezeichnet.
Jüngste Arbeiten Kempfers bewegen sich zudem stärker weg vom Gegenstand, über einen aus Steinen gebildeten „Aztekenaltar“ und Pflaster (wobei hier dennoch ein stilistischer Bezug zu früheren Arbeiten klar erkennbar ist) weisen die Werke mehr und mehr in Richtung Abstraktion. Mittlerweile malt der Künstler zum Teil ganz abstrakt, dieser Teil des Schaffens ist jedoch hier nicht vertreten.
Zur Ausstellung sind, wie bei der Galerie Taube üblich, ein Plakat und ein Katalog erschienen, welche zusammen 3,- Euro kosten. Die „Taube“ befindet sich in der Pariser Straße 54 in 10719 Berlin und hat von Dienstag bis Freitag von 16 - 19 Uhr, am Samstag 11 - 14 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Kontakt unter Telefon 030 - 883 56 94 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Verweise:
http://www.galerie-taube.de/
http://www.joernkempfer.de/
http://www.hafenkult.de/k%C3%BCnstler/j%C3%B6rn-kempfer/

Jörn Kempfer in Berlin: Malerei retrospektiv 1986 – 2016 https://art-depesche.de/images/IMG_2559_1999px.jpg Ruedi Strese