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Heinrich Bürkel „Regen“ (1850)

Berlin - Der Pfälzer Johann Heinrich Bürkel wird dem Biedermeier zugerechnet und ist heute zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten. Seine Genre- und Landschaftsbilder bestechen vor allem durch ihre technisch versierte und detailreiche Ausführung.

Geboren wurde er 1802 in der am Südwestrand des Pfälzerwaldes gelegenen Stadt Pirmasens. Er soll bereits als Kind gerne gemalt haben und im Alter von 11 Jahren wegen einer Karikatur von Napoleon mit der Polizei in Konflikt geraten sein. Er absolvierte zunächst eine Kaufmannslehre, doch beschäftigte sich in seiner Freizeit ausgiebig mit der Malerei.
Sein Plan war schließlich, doch noch professioneller Maler zu werden, weshalb er, finanziell unterstützt durch seine Mutter, 1822 nach München ging, um sich an der dortigen Akademie der Bildenden Künste zu bewerben, auch wenn man sich in seiner Familie nicht vorstellen konnte, daß er mit seiner Kunst erfolgreich sein könnte. Einer kleinen Anekdote nach machte die Mutter sich, als Bürkel, später als Maler erfolgreich, ihr selbst Geld schickte, Sorgen, ob er denn nichts Unrechtes getan habe.
Allerdings fanden seine Arbeiten an der Akademie zunächst keine Anerkennung, weshalb er autodidaktisch begann, die Meister des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei zu kopieren. Bereits damals hatte es ihm die Landschaftsmalerei besonders angetan.
1824 gründete er den Münchener Kunstverein, mit welchem er 1925 ausstellte; die Verkäufe durch den Kunstverein brachten ihm bald sehr beachtliche Erfolge und Kunden selbst in Nordamerika. 1827 reiste er gemeinsam mit seinem Malerkollegen Friedrich Nerly, bekannt geworden vor allem durch romantische Stadtansichten Venedigs, nach Oberitalien. Es sollte nicht die letzte Italienreise sein, weitere sollten 1829, 1830, 1832, 1837 und 1853/54 folgen.
Zu Bürkels Freundeskreis zählten illustre Personen wie Eduard Schleich der Ältere, Carl Spitzweg und der Dichter Adalbert Stifter. Gemeinsam mit anderen Künstlern des Umfelds des Münchener Galeriedirektors Johann Christian v. Mannlich orientierte er sich, im deutlichen Gegensatz zur klassizistischen Linie der offiziellen Akademie, an den großen niederländischen Vorbildern.
Dennoch wurde ihm 1858 die Ehrenmitgliedschaft der Münchener Akademie, die ihn in seinen jungen Jahren abgelehnt hatte, verliehen. Von den Kunstakademien Dresdens und Wiens hatte er diese Auszeichnung bereits zuvor erhalten. Auch die Teilnahme an den Weltausstellungen von London (1862) und Paris (1867) gehört zu den Marksteinen seines Erfolgs. Er starb 1869 nach schwerer Krankheit, doch wohlhabend und geachtet, in seinem Atelier in München.

Über 1000 Ölgemälde schuf Bürkel in seinem Leben. Der Großteil davon ist der Landschaftsmalerei zuzurechnen, hierbei ist vor allem die sehr genaue Naturbeobachtung auffällig, liebevoll geht die Darstellung bis ins kleinste Detail, oft werden zahlreiche Nebenschauplätze enthalten, ohne daß jedoch die Gesamtkomposition aus den Augen verloren würde.

Heinrich Bürkel – Landschaften und Genreszenen des Biedermeier https://art-depesche.de/images/Heinrich_Burkel_Regen.jpeg Ruedi Strese