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Erik Werenskiold „September“ (1883)

Berlin - Zu seiner Hauptschaffenszeit galt Erik Werenskiold neben Christian Krohg als zweiter großer Maler Norwegens. Er vertrat einen Realismus bis Naturalismus mit deutlich folkloristischen Tendenzen. Besonderen Ruhm erlangte er zudem als Illustrator nordischer Märchen und Sagen.

Er wurde 1855 in Eikskog in der im Südosten Norwegens gelegenen Provinz Hedmark geboren und wuchs vom vierten Lebensjahr an im nicht weit entfernten Kongsvinger auf, wo sein Vater Festungskommandant war. Von 1869-72 besuchte er eine private Lateinschule in Christiania, dem heutigen Oslo. Auf Empfehlung des Malers Adolph Tidemann, eines Vertreters der norwegischen Nationalromantik, begann er jedoch 1873 an der Königlich Norwegischen Zeichenschule in Christiania bei dem Bildhauer Julius Middelthun Zeichenunterricht zu nehmen. 1875 lernte er noch für eine Zeit im Atelier des nationalromantischen Malers und Bildhauers Axel Ender. 
Im Herbst des gleichen Jahres ging Werenskiold für einige Jahre zum Studieren nach München. Dort besuchte er 1879 eine Ausstellung welche französische Freilichtmalerei der Schule von Barbizon zeigte, die ihn überzeugte. Von 1880 bis 1881 hatte er jedoch mit einer Lähmung seines rechten Armes zu kämpfen, was ihn etwa ein Jahr am Schaffen hinderte. Anschließend ging er nach Paris, wo er bis 1883 blieb. In diesen Jahren orientierte sich Werenskiold stark am Naturalismus. 
1883 bis 1884 war er wieder in Norwegen, darauf wieder etwa ein Jahr in Frankreich, wo er mit Léon Bonnat gemeinsam lernte. Er malte Portraits bekannter norwegischer Personen und bäuerliche Szenen. Auch Märchenillustrationen hatten es ihm seit einigen Jahren angetan. Zum Teil arbeitete er hier auch mit dem einzigartigen naturmystischen Künstler Theodor Kittelsen zusammen. 
Er förderte in den 1880er Jahren auch den damals außerhalb Norwegens noch unbekannten Edvard Munch, welcher in jener Zeit selbst noch dem Naturalismus zuzurechnen war, etwa, indem er ihn 1888 unterstützte, ein staatliches Stipendium zu erlangen und im Folgejahr dessen später berühmtes Bild „Inger am Strand“ kaufte. 
Des Weiteren machte Werenskiold sich durch die Illustrationen einer norwegischen Prachtausgabe der Heimskringla verdient. Hierbei handelt es sich um norwegische Königssagen, deren Autorschaft dem isländischen Historiker und Skalden Snorri Sturluson, bekannt vor allem als Verfasser der Jüngeren Edda, zugeschrieben wird. 
Stilistisch bewegte er sich mit der Zeit etwas vom Naturalismus weg, es finden sich impressionistische und symbolistische Anleihen. Er war sehr umfassend tätig, unter anderem auch mit Wandgemälden in Fridtjof Nansens Villa, und wurde zu einer überaus angesehenen Persönlichkeit, dem höchste Ehren des Olafsordens zuteil wurden. Er starb 1938 in der norwegischen Hauptstadt, die nun seit einigen Jahren bereits Oslo hieß. Von seinen zwei Söhnen wurde Dagfin gleichfalls Maler.

Erik Werenskiold – bedeutender Vertreter des norwegischen Naturalismus https://art-depesche.de/images/Erik_Werenskiold_-_September_-_Google_Art_Project.jpg Ruedi Strese