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Alfred Augustus Glendending „A sea maiden resting on a rocky shore“ (1897)

Berlin - Sehr spärlich sind die verfügbaren Informationen über diesen britischen Landschaftsmaler der viktorianischen Periode. Im deutschen Sprachraum ist er nahezu völlig unbekannt. Ein Blick auf die bisweilen in britischen Auktionshäusern angebotenen Werke verrät jedoch, daß daraus nicht auf mangelnde Qualität geschlossen werden darf. Weite und zurückhaltende Eleganz bestimmen die stilvollen Landschaften und Lebensszenen.

Es wird angenommen, daß Alfred Augustus Glendening um 1840 im Londoner Stadtteil Greenwich geboren wurde. Heutzutage wird auf ihn meist einschließlich seines Zweitnamens oder als Alfred Glendening Senior referiert, um ihn von seinem ebenfalls als Maler tätigen Sohn Alfred Glendening Junior zu unterscheiden. 
Sein berufliche Laufbahn begann er zunächst als Angestellter der Eisenbahn. Es ist nicht bekannt, wie und wo er seine künstlerische Ausbildung erhalten hat, allerdings wurde er in den frühen 1860er Jahren bereits vollberuflicher Maler und bald einer der in seiner Heimat beliebtesten Landschafter seiner Zeit. 
1864 stellte er erstmals ein Bild bei der Royal Society of British Artists aus, betitelt „Morning on Grassmore Lake“. Von 1865 bis 1903 war er auch regelmäßig an Ausstellungen der Royal Academy vertreten, sein erstes Werk dort war „A Cornfield – Kent“. Zudem waren seine Arbeiten in den Galerien Suffolk Street und British Institution zu sehen. Insgesamt stellte er in den Londoner Ausstellungen über 130 Gemälde aus. 
Er malte in einem sehr vornehmen, realistischen Stil, welcher bisweilen mit jenem eines Alfred de Bréanski verglichen wird. Bisweilen lassen sich impressionistische Ansätze erkennen. Thematisch befaßte er sich vorrangig mit den verschiedenen Landschaften seines Heimatlandes. Er malte die Themse, die Landschaften der südlichen Grafschaften Surrey und Sussex genauso wie Wales und die schottischen Highlands mit ihren Lochs (Seen) und Viehherden. 
Das Licht in Glendenings arbeiten kommt oft von außerhalb des Bildes und tritt durch einen leicht bewölkten Himmel auf die Wasseroberfläche; die Effekte werden gekonnt und sehr sanft umgesetzt. Das abgebildete Werk von 1897 „Eine Meerjungfrau, ruhend an einer felsigen Küste“ fällt mit seiner mythischen Thematik etwas aus dem Rahmen und läßt eine Verwandtschaft zu den damals sehr erfolgreichen Präraffaeliten erkennen. Im Grunde lassen sich die Mystik der Präraffaeliten und die Landschaften Glendenings gleichsam als nostalgische Antworten auf die rasch fortschreitende Industrialisierung auffassen. Alfred A. Glendening starb wohl 1907, sein Sohn, der gleichzeitig sein Schüler war, bewies in einem ähnlichen Stil und Themenfeld gleichsam Talent, sowohl in der Ölmalerei als auch mit Aquarellen. 


Verweise: 
http://www.haynesfineart.com/artists/alfred-augustus-glendening-snr-uk 
http://www.rehs.com/Alfred_A_Glendening_Bio.html 
http://www.macconnal-mason.com/Glendening-Alfred-Augustus-DesktopDefault.aspx?tabid=45&tabindex=44&artistid=26944 
http://www.wikigallery.org/wiki/artist46472/Alfred-Glendening/page-1

Alfred A. Glendening – ein stilvoller Landschaftsmaler der viktorianischen Epoche https://art-depesche.de/images/IMG_3142.JPG Ruedi Strese