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Konstantin Korowin „Winter“ (1894)

Berlin - Er gehörte zu den herausragendsten Vertretern des russischen Impressionismus und war vermutlich der, welcher die Einflüsse der französischen Vorbilder am unmittelbarsten und eindeutigsten verarbeitete, wobei sicher nicht zuletzt seine lange Zeit in Frankreich eine Rolle spielte.

Geboren wurde Konstantin Alexejewitsch Korowin 1861 in Moskau in einer erfolgreichen Kaufmannsfamilie. Der Vater brachte bereits ein großes Interesse für die Malerei mit, sein älterer Bruder Sergej sollte ebenfalls ein bedeutender Maler werden, neigte jedoch eher dem Realismus zu. Konstantin begann 1875, mit 14 Jahren, sein Studium an der Fakultät Architektur der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur; sein Bruder war bereits an dieser Hochschule eingeschrieben. Nach zwei Jahren wechselte er zur Fakultät Malerei. Zu seinen Lehrern gehörten Wassili Perow, bekannt vor allem durch realistische Personendarstellungen, und Alexei Sawrassow, Vertreter einer lyrischen Landschaftsmalerei. 
Zwei Mitstudenten, mit denen er eine lebenslange Freundschaft schloß, waren Walentin Serow und Isaak Lewitan. Von 1881-82 verbrachte er eine Zeit (von drei Monaten bis zu einem Jahr ist zu lesen) an der Kunstakademie in St. Petersburg, kehrte dieser jedoch bald enttäuscht den Rücken zu und setzte seine Studien wieder in Moskau fort, wo er bis 1886 bei Wassili Polenow lernte, der ihn mit zahlreichen namhaften russischen Malern bekannt machte. 
1885 besuchte er Spanien und Paris. „Paris“, so schrieb er später, sei ein Schock für ihn gewesen. „Impressionisten… in ihnen fand ich alles, wofür ich in Moskau gescholten wurde.“ Begierig nahm er die neuen Einflüsse auf; später kamen auch Inspirationen aus dem Art Nouveau hinzu. 
In Rußland entfaltete er eine rege Ausstellungstätigkeit, er bewegte sich im Umfeld der Peredwischniki, welchen der größte Teil der Vertreter des russischen Realismus angehörten und die sich für zeitgenössische liberaldemokratische bis sozialistische Strömungen einsetzten und gleichzeitig um Naturnähe in der Darstellung bemüht waren. 
Weitere Reisen führten nach Italien, erneut nach Spanien und später Norwegen und in den russischen Nordwesten. Insbesondere die nordischen Szenerien begeisterten ihn und fanden vielfachen Niederschlag in seinem Werk. Ein recht roher Pinselstrich nach impressionistischer Manier verband sich mit eher düsterer Farbgebung. 
Zur Allrussischen Industrie- und Handwerksausstellung in Nischni Nowgorod 1896 fand Material seiner gemeinsam mit Walentin Serow 1894 unternommenen Reise in den hohen Norden für den Pavillon des Hohen Nordens Verwendung, den er gestaltete und zu dem er zehn große Leinwände beisteuerte. Im Jahr 1900 war er für die zentralasiatische Sektion des russischen Pavillons bei der Pariser Weltausstellung zuständig; die französische Regierung nahm ihn in die Ehrenlegion auf. 
Er schloß sich der Ausstellungsvereinigung „Mir Irkusstwa“ („Welt der Kunst“) an, auch mit der „Vereinigung russischer Künstler“ stellte er gemeinsam aus. Er wurde Mitglied der Kunstakademie und übernahm einen Lehrauftrag an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur (über den Zeitpunkt gehen die Angaben auseinander). 
Während des Weltkrieges stand er als Berater für Tarnung im Dienst der russischen Armee. Nach der bolschewistischen Revolution engagierte er sich sehr für den Schutz von Kunst und Kulturdenkmälern, ging jedoch 1923 nach Frankreich. Paris hatte sein Schaffen von jeher geprägt und wurde für de Rest seines Lebens bis zu seinem Tod 1939 sein Lebensmittelpunkt. In den letzten Jahren befaßte er sich neben der Malerei zusehends mit literarischen Arbeiten und schrieb eine Reihe von Erzählungen.

Konstantin Korowin – der „französischste“ der russischen Impressionisten https://art-depesche.de/images/Korovin_Winter_1894.jpg Ruedi Strese