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Louis Rémy Mignot „Winterlandschaft mit zwei Jägern“ (1856)

Berlin - Die Hudson River School war zu ihrer Zeit der Kristallisationspunkt der US-amerikanischen Landschaftsmalerei und vereinte eine beeindruckende Zahl von Künstlern, deren Werk Beachtung verdient. Unter ihnen stach Louis Rémy Mignot nicht nur deshalb heraus, weil er französischer Abkunft und als einziger Vertreter der Schule in den Südstaaten geboren worden war.

Letzteres erfolgte 1831 in Charleston, South Carolina, wie bereits erwähnt als Sohn französischer Einwanderer, welche durch ihre geschäftlichen Interessen gute Kontakte nach Europa behalten hatten. Die Mutter starb allerdings bereits 1834, und es ist zu lesen, daß der Junge bei seinen Großeltern aufwuchs. Dort soll Louis dennoch eine gute Erziehung genossen haben. Als der Heranwachsende jedoch seinen Wunsch verkündete, Künstler zu werden, stellte der Vater sich dem entgegen, und erst dessen früher Tod 1848 ermöglichte es dem damals 17jährigen, sich seinen Plänen zu widmen. 
Noch im selben Jahr reiste er in die Niederlande, wo er in Den Haag bei Andreas Schelfhout, dem seinerzeit bedeutendsten holländischen Landschaftsmaler, Unterricht nahm. Unter Schelfhouts Obhut entwickelte Mignot einen besonderen Hang zu von Schnee und Eis bestimmten Winterlandschaften. Er hielt sich jedoch nicht allein in den Niederlanden auf, sondern ging auch innerhalb Europas auf Reisen. 
Noch zu Zeiten seines Aufenthaltes in Europa begann er, sich an Ausstellungen der American Art Union in New York zu beteiligen. Als er sich ca. 1853/54 wieder nach Amerika wandte, ließ er sich gleich in New York nieder, wo er unter Sammlern, Kritikern und Kunstkollegen bereits einen hervorragenden Ruf erworben hatte, wobei ihm nicht zuletzt seine tadellose akademische Ausbildung in Europa zugute kam. 
1857 schloß er sich der zweiten Reise des Landschaftsmalers und herausragenden Protagonisten der Hudson River School Frederic Edwin Church nach Ecuador an. Er fertigte dabei zahlreiche Skizzen der Anden und Regenwälder an, und die später nach diesen Vorlagen im Atelier entstandenen südamerikanischen Landschaftsgemälde zählen zu seinen wichtigsten Arbeiten. Mit den Künstlern der Hudson River School war er nun eng verbandelt und verewigte auch vielfach die für diese Gruppe typischen Landschaften der nördlichen USA. 
1858 war er bereits als assoziiertes Mitglied in die New Yorker National Academy of Design aufgenommen worden, im nächsten Jahr erhielt er die volle Mitgliedschaft. Der Beginn der Sezessionskriege führte jedoch zu einem plötzlichen Ende seiner New Yorker Karriere, und im Juli 1862 versteigerte er eine große Zahl seiner Gemälde, um mit seiner Familie die USA zu verlassen. Sein vorgebliches Ziel war Indien, tatsächlich ging es jedoch nach England, wo er in den nächsten Jahren wirkte. 
Von London aus arbeitete er wieder mit großem Erfolg, er stellte u.a. mit der Royal Academy und der British Institution aus; seine von England in die USA gesandten Gemälde verkauften sich gut. In England freundete er sich überdies mit James McNeill Whistler an, durch den er in Paris die Bekanntschaft einer Reihe junger Künstler machte, welche bald als „Impressionisten“ von sich reden machen sollten. 1870 wurden zwei seiner Landschaften für den Pariser Salon zugelassen, des Weiteren vollendete er in jenem Jahr seine Abbildung der Niagarafälle, welche als sein wohl bedeutendstes Werk gilt. 
Leider zwangen ihn die Umstände des Deutsch-Französischen Krieges 1870 zum Verkauf des Großteils seines Besitzes und er floh, vollkommen verarmt und bereits schwer an den Blattern erkrankt, wieder nach England, wo er noch im September des selben Jahres in einem Krankenhaus in Brighton verstarb, wo er bis heute in einem namenlosen Grab liegt.

Verweise: 
http://www.tuttartpitturasculturapoesiamusica.com/2015/08/Louis-Remy-Mignot.html 
http://www.findagrave.com/cgi-bin/fg.cgi?page=gr&GRid=66572678 
http://www.questroyalfineart.com/artist/louis-remy-mignot/ 
https://fr.wikipedia.org/wiki/Louis_R%C3%A9my_Mignot

Louis Rémy Mignot – ein Franzose bei der Hudson River School https://art-depesche.de/images/Louis_Rmy_Mignot_Hunters_in_a_Winter_Landscape.jpg Ruedi Strese