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Edward Moran „Die brennende Fregatte USS Philadelphia“ (ca. 1897)

Berlin - Er war der ältere Bruder Thomas Morans, eines namhaften Landschaftsmalers der romantischen Hudson River School, ging jedoch einen anderen Weg. Zwar malte auch er bisweilen Berge, Wälder und Flüsse, doch am liebsten widmete er sich maritimen Szenen mit historischem Hintergrund.

Seine Geburt erfolgte 1829 in Bolton in der Grafschaft Lancashire (gehört heute zum Greater Manchester County) in Nordwestengland. In jungen Jahren bereits lernte er das väterliche Handwerk der Weberei. 1844 begab sich die Familie in die Vereinigten Staaten, zunächst nach Maryland, und im Folgejahr ließ man sich in Philadelphia nieder. 
Bald darauf begann er dort, bei dem deutschen Landschaftsmaler Paul Weber sowie bei James Hamilton zu lernen, letzterer machte ihn mit dem Marinethema vertraut. Mit seinem Bruder Thomas (geboren 1837) teilte er sich das Atelier und begann bald, sich (vorrangig) als Marinemaler einen Namen zu machen. 1862 reiste er nach London, wo er sich an der Königlichen Kunstakademie einschrieb. 
Nach einigen Jahren in England ging er zurück nach Philadelphia und heiratete in zweiter Ehe Annette Parmentier, welche es unter Anleitung ihres Gatten selbst zu einer fähigen Malerin bringen sollte; sie malte vorwiegend Landschaften. Er hatte mehrere erfolgreiche Ausstellungen, u.a. „Land and sea“ (1871). 1872 öffnete Moran sein Atelier in New York und wurde im Folgejahr assoziiertes Mitglied der National Academy of Design. Ende der 1870er Jahre ging er wieder nach Europa und lebte für mehrere Jahre in Paris. 
1885 begann er mit der Arbeit an seinem Hauptwerk, einer 13 epische Gemälde umfassenden Serie zur Marinegeschichte der Vereinigten Staaten. Die Zahl 13 wurde analog zur Bedeutung in der US-Geschichte gewählt (die ursprünglich 13 Kolonien und 13 „Stars and Stripes“ der Flagge). Die Serie, welche Themen wie Leif Eriksson, Christoph Columbus und Henry Hudson umfaßte, wurde 1893 zur Weltausstellung in Chicago der Öffentlichkeit präsentiert. 
Moran lebte bis zu seinem Tod 1901 in New York City. Nach seinem Ableben entspann sich ein Rechtsstreit um die Serie zur Marinegeschichte. Er hatte diese seiner Ehefrau vermacht, dennoch behielt der Nachlaßverwalter diese zurück. Der Streit wurde allerdings vom New Yorker Obersten Gerichtshof zu Gunsten von Frau Moran entschieden. 
Edward Moran gilt mit seinen oft dramatischen Arbeiten als bedeutender US-Marinemaler, steht jedoch in der gegenwärtigen Rezeption im Schatten seines jüngeren Bruders, des Landschafters Thomas, zu dessen Erfolg er anfangs beitrug. Auch sein jüngster Bruder Peter (Jahrgang 1842) sowie seine beiden Söhne Edward Percy (geboren 1862) und Leon (1864) wurden namhafte Maler.

Edward Moran – Historienmaler der US-Marine https://art-depesche.de/images/Burning_of_the_uss_philadelphia.jpg Ruedi Strese