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Charles Rollo Peters „Licht hinter den Bäumen“

Frankfurt am Main - Ein überaus eigenständiger Künstler irgendwo zwischen kalifornischem Impressionismus und Tonalismus war Charles Rollo Peters. Er tat sich hauptsächlich mit sehr düsteren nächtlichen Landschaften hervor und erlangte deshalb die Beinamen „Poet der Dunkelheit“ und „Prinz der Nacht“. Liebhabern der dunkleren Arbeiten von James McNeill Whistler sollten auch die Werke Peters’ unbedingt ans Herz gelegt werden.

Geboren wurde er 1862 in San Francisco als einziges Kind eines wohlhabenden Paares. Er nahm zunächst privaten Malunterricht bei dem von der Freilichtmalerei von Barbizon beeinflußten Jules Tavernier (1844–1899). Es schloß sich ein formales Studium an der San Francisco School of Design an, seine Lehrer hier waren Virgil Williams (1830-1886) und Christian Jorgensen (1860-1935).

In den mittleren 1880er Jahren stellte er regelmäßig in San Francisco aus, der Großteil seiner Arbeiten waren Bilder der See und Hafenansichten. Im Frühjahr 1886 reiste er mit John Stanton (1857–1929), mit welchem er sich ein Atelier teilte, nach Monterey und ließ sich von dieser rauhen Gegend verzaubern. Später würde er sich dort dauerhaft niederlassen und seine meist nächtlichen Landschaften auf die Leinwand bringen.

Zunächst jedoch zog es ihn nach Paris, wo er sich sowohl an der staatlichen École des Beaux-Arts als auch der privaten Académie Julien einschrieb. Er bereiste die Küste der Niederlande und die Künstlerkolonie Concareau in der Bretagne. Dort lernte er den älteren amerikanischen Maler Alexander Harrison (1853-1930) kennen, welcher ihn mit seinen zurückhaltenden Darstellungen der Küstengebiete beeinflußte. In der Bretagne malte er auch seine erste Nokturne. Als er feststellte, daß die Szene bei Nacht besser als am Tag aussehe, beschloß er, sich auf Nachtszenen zu spezialisieren.

Im Pariser Salon von 1889 war eines seiner Gemälde der holländischen See angenommen worden, und im Herbst des Jahres kehrte er nach San Francisco zurück, eröffnete ein Atelier und trieb sich in der Künstlerszene rum. Bei einer erneuten Reise nach Monterey entdeckte er die Ruinen der spanischen Zeit für sich; diese würden sein bedeutendstes Sujet werden. Am Ende des Jahres 1891 hatte er seine erste, überaus erfolgreiche Soloausstellung beim San Francisco Arts Club. 
Es folgte ein vierjähriger Aufenthalt in Europa, wo er sich in England, Deutschland sowie den Künstlerkolonien in Grez, in der Bretagne und bei Barbizon aufhielt. Während jener Zeit soll er auch James McNeill Whistler getroffen haben, welcher, so heißt es, von seinem Werk sehr beeindruckt war. Eine neuerliche Ausstellung nach seiner Rückkehr in San Francisco, wo er seine europäischen Arbeiten präsentierte, wurde gleichfalls ein gewaltiger Erfolg. Danach ließ er sich mit seiner Familie in Monterey nieder, wo seine berühmtesten Arbeiten entstanden, Darstellungen nächtlicher Landschaften und Ruinen, die dem Tonalismus zugerechnet werden können, doch auch Einflüsse des Impressionismus verarbeiten.

Sein alter Freund Alexander Harrison besuchte ihn in Monterey, ein Ergebnis war eine vielbeachtete Gemeinschaftsausstellung in San Francisco, und später bildete sich um sein dortiges Heim selbst eine kleine Künstlerkolonie. Der frühe Tod seiner Frau während der Geburt der Zwillinge Dewitt und Kathleen im Jahr 1902 sowie der Flammentod der Tochter im Jahr 1904 waren indes schwere Schicksalsschläge, welchen er durch starken Alkoholkonsum zu begegnen suchte. Er heiratete 1909 erneut und reiste mit seiner neuen Frau, der Malerin Constance Mabel Easley (1880-1939) viel; allerdings zerbrach die Ehe 1920 vor allem wegen Peters’ Alkoholismus. Er versuchte in den Folgejahren, sie zurückzugewinnen, und 1926 nahm sie sich seiner an. Seine Gesundheit war jedoch bereits verloren, und er verstarb 1928 in San Francisco.

Peters’ Sohn Dewitt (1902-1966) studierte, wie sein Vater, an der Pariser Académie Julien. Er war ein guter Freund des berühmten Porträtisten John Singer Sargent und konnte vor allem mit Aquarellen Erfolge verbuchen.

 

Verweise:

https://charlesrollopeters.wordpress.com/
http://lagunaartmuseum.org/charles-rollo-peters/
http://www.artnet.com/artists/charles-rollo-peters/past-auction-results
https://diattaart.wordpress.com/2013/11/04/artists-of-the-moment-charles-rollo-peters/

Charles Rollo Peters – die Nachtseite des kalifornischen Impressionismus https://art-depesche.de/images/peters7.jpg Ruedi Strese