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Christian Skredsvig „Die Weidenflöte“ (Öl auf Leinwand, 1889)

Frankfurt am Main - In der norwegischen Kultur spielte im 19. Jahrhundert die nationalromantische Strömung eine große Rolle. In der Musik wurde sie durch Grieg, Svendsen, Sinding oder Halvorsen repräsentiert, die folkloristische Elemente in ihre romantischen Kompositionen einfließen ließen, eine norwegische Schriftsprache wurde eingeführt, Mythen wiederentdeckt.

In der Malerei begann die norwegische nationale Schule unter dem Einfluß der deutschen Romantik, insbesondere der Düsseldorfer Malerschule; Adolph Tidemand, Knud Bergslien und Johan Fredrik Eckersberg waren führende Vertreter. Ihren Ausklang fand diese Strömung, bereits unter Hinzunahme neuer Einflüsse, um 1900; hier kann ein Theodor Kittelsen erwähnt werden – aber auch Christian Skredsvig.

Geboren wurde dieser 1854 in der Gemeinde Modum in der südnorwegischen Provinz Buskerud. Im Alter von 15 Jahren begann er seine künstlerische Ausbildung an der Eckersberg Zeichen- und Malschule in Kristiania, dem heutigen Oslo. Es schloß sich ein Studium in München, Paris und Kopenhagen an. In Dänemark war er im Umfeld der Skagener Künstlerkolonie aktiv. Im Pariser Salon von 1881 wurde er für sein Gemälde „Eine Farm in Venoix“ mit der Goldmedaille ausgezeichnet – der einzige norwegische Künstler, dem diese Ehrung zuteil wurde. Beschauliche ländliche Szenen und Kleinstlandschaften in neuromantischer Weise mit leicht impressionistischem Einschlag wurden sein Markenzeichen. Darüber hinaus war Skredsvig ein hervorragender Zeichner.

Bis 1886 lebte er in Paris, danach ging er nach Norwegen zurück, wo er sich in Fleskum (Provinz Akershus) niederließ; eines seiner bekanntesten Bilder, das herrliche „Seljefløiten“ („Die Weidenflöte“) von 1889 entstand dort. 1894 verlegte er seinen Wohnsitz nach Eggedal in der Provinz Sigdal. Hier errichtete er sein „Hagan“ getauftes Eigenheim, welches seit 1970als Museum fungiert, und ließ sich von der heimatlichen Landschaft zu zahlreichen Bildern inspirieren. 1896 erhielt er Besuch von seinem Freund und Malerkollegen, dem brillianten Naturmystiker Theodor Kittelsen, der sich in Folge ebenfalls ein Heim in Sigdal ein Heim suchte.

1908 veröffentlichte Skredsvig seine Autobiographie, und in den nächsten Jahren verstärkte er sein schriftstellerisches Engagement, er verfaßte zwei Romane. Bis zu seinem Tod 1924 lebte und arbeitete er in Eggedal. Heute erinnert vor allem sein bereits erwähntes Haus Hagan an ihn. Es wurde weitgehend alles wie zu Skredsvigs Lebzeiten gelassen, und insgesamt etwa 150 seiner Kunstwerke sind zu besichtigen.

 

Verweise:

http://www.skredsvig.no/
http://www.artnet.com/artists/christian-eriksen-skredsvig/past-auction-results
https://www.youtube.com/watch?v=IsQgsYm3BCM

Christian Skredsvig – ein später Vertreter der norwegischen Nationalromantik https://art-depesche.de/images/Skredsvig_Seljeflyten.jpg Ruedi Strese