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Lesja Timokhova

Frankfurt am Main - Die frühere Galerie Grusignac im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg hat sich bereits vor einiger Zeit in Kunstgalerie Ars Pro Dono umbenannt, das Konzept ist dabei das Gleiche geblieben. Präsentiert wird Kunst aus den Weiten des postsowjetischen Raums; neben einem Dauerbestand an von verschiedenen Künstlern bemalten Holzkisten (zweites Standbein des Geschäftes ist übrigens der Weinhandel…) gibt es monatlich wechselnde Ausstellungen, die aktuelle ist „Geheimnis der Zeiten“ betitelt und läuft noch bis zum 30. Juni.

Geboten wird eine äußerst bunte Mischung, bei welcher zwei Bildhauer aus der an die Mongolei und Burjatien grenzenden sibirischen Republik Tuwa einen prominenten Teil bilden, der Rest der Schau wird von elf verschiedenen ukrainischen Malern bestritten.

Besonders hervorgehoben wird mit mehreren Arbeiten der 1966 in Tuwa geborene Bildhauer Baranmaa Alexander. Dieser arbeitet mit verschiedenen Gesteinen wie Marmor und Granit, doch auch mit Metalgußverfahren, um welche es in dieser Ausstellung vorrangig geht. Thematisch ist er tief in den nomadischen und schamanischen Lebenswelten seiner Heimat verwurzelt, in seinen Tierdarstellungen und sakralen Motiven verbindet er zeitgenössische Technik mit indigener Tradition. Mit ebenfalls an heimischen tuwanischen Traditionen orientierten Steinarbeiten ist Sergey Odushpay vertreten.

Die elf Maler aus der Ukraine sind namentlich Alexej Letnev, Leonid Bagry, Ekaterina Biletina, Nikolay Prokopenko, Lubovj Sentschuk, Anatoliy Zhuk, Nadeschda Martinenko, Tatjana Molodaja, Lesja Timokhova, Alexej Malik und Valerij Jukhimov. Sie bedienen stilistisch ein äußerst weites Feld, von der Landschaft über den Akt bis zu abstrakten Kompositionen, wobei generell ein Hang zu kräftigen Farben vorherrscht.

Herausgehoben seien an dieser Stelle die beiden Freundinnen Tatjana Molodaja und Lesja Timokhova, welche eng zusammenarbeiten; sie hatten bereits im Oktober 2016 eine gemeinsame Ausstellung in der Galerie. Beide kennen sich seit der Kindheit und studierten gemeinsam an der Kunstschule in der Ukraine bei Oksana und Anatoly Furlet, ihren Abschluß machten sie an der künstlerischen Fakultät der Universität Odessa. Beide unterrichten nun bildende Kunst. Ihre Bilder, obgleich recht verschieden, einen sich durch eine sehr ungezwungene Art, die Abstraktion und Gegenständlichkeit, Traum und Wirklichkeit verbindet, wobei Tatjana Molodaja in der Tendenz zurückhaltendere Farben und weichere Formen bevorzugt, Lesja Timokhova mit klareren Konturen, stärkerer Farbigkeit und Fülle arbeitet.

Die Ausstellung „Geheimnis der Zeiten“ ist noch bis zum 30. Juni zu sehen. Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, telefonisch ist sie erreichbar unter 030-66868136.

 

Verweise:

http://www.arsprodono.de/
http://grusignac-art.de/
http://www.arsprodono.de/index.php?cat=c118_Tatjana-Molodaja-tatjana-molodaja.html

Geheimnis der Zeiten – Kunst aus dem postsowjetischen Raum in Berlin https://art-depesche.de/images/IMG_5277.JPG Ruedi Strese