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André Castaigne „Die hungernde Livilla verweigert das Essen“ (Zeichnung, 1911)

Frankfurt am Main - Der französische Maler, Zeichner und Graphiker André Castaigne feierte seine großen Erfolge im späten 19. Jahrhundert zunächst fernab seiner Heimat, in den Vereinigten Staaten von Amerika. Vor allem mit seinen Buchillustrationen konnte er sich einen Namen machen, seine bekanntesten Arbeiten zierten die Erstausgabe von Leroux’ „Das Phantom der Oper“.

Geboren wurde er 1861 als Jean Alexandre Michel André Castaigne in Angoulême in der westfranzösischen Region Neu-Okzitanien. Sein Vater Jean Eusèbe Joseph Castaigne (1828-1902) war bereits Maler, der Bruder Joseph (1859-1923) war später unter dem Pseudonym Jean Destrains als Dichter tätig.

1878 begann er seine künstlerische Ausbildung an der Académie Suisse in Paris, wechselte jedoch nach einigen Monaten zur Académie des Beaux-Arts. Dort nahm er Unterricht bei den akademischen Historienmalern Alexandre Cabanel und Jean-Léon Gérôme. Dreimal wurde er als Bewerber um den Prix de Rome ausgewählt. Diesen gewann er zwar nicht, da jedoch bereits die Vorauswahl sehr streng war, muß dies schon als große Auszeichnung betrachtet werden.

1884 hatte er in Paris seine erste Einzelausstellung und die nächsten Jahre waren von stetig wachsendem Erfolg geprägt. Ca. 1889/90 verbrachte er sechs produktive Monate in England, anschließend ging er in die USA, wo er zum Leiter einer Charcoal Club genannten Kunstschule in Baltimore wurde. Er reiste in den USA ausgiebig umher, bis er 1895 nach Frankreich zurückkehrte.

Er eröffnete ein Atelier in Paris und arbeitete von 1900 bis 1916 als Illustrator und Europakorrespondent für die US-Zeitschrift „The Century“, in deren Auftrag er Korsika, Italien, Griechenland und den Rhein bereiste, er bebilderte in „The Century“ die Reiseberichte des Schriftstellers Augustine Birrell und schuf eine umfassende Serie zu Alexander dem Großen, von 1901 bis 1913 war er zudem für Harper’s Magazine tätig. Immer wieder reiste er als Illustrator in die Vereinigten Staaten und auch nach Kanada.

Castaigne schuf eine Reihe von Buchillustrationen, darunter für William Milligan Slones’ „The Life of Napoléon Bonaparte“, für Bertha Runkles „The Helmet of Navarre“ und natürlich Leroux’ „The Phantom of the Opera“. Als Zeichner im Auftrag des von 1895-1899 regierenden französischen Präsidenten Félix Faure bekam er von diesem das rote Band der Ehrenlegion verliehen. Er starb 1929 in seiner Heimatstadt Angoulême.

 

Verweise:

http://www.illustration-art-solutions.com/andre-castaigne.html
http://www.bpib.com/illustrat/castaign.htm

Der französische Illustrator André Castaigne https://art-depesche.de/images/The_starving_Livilla_refusing_food.jpg Ruedi Strese