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Berlin - Impressionismus bedeutet, auf scharfe Konturen zu verzichten, Raum zu geben einem Spiel der Farben und schimmernden Lichteffekte, eingefangen eher durch Farbtupfer als durch zusammenhängende Flächen. Historisch entstanden war die Stilrichtung, die damals zugleich auch eine Bewegung war, in den 1860er Jahren in Frankreich. Claude Monet, Camille Pissarro, Édouard Manet und Auguste Renoir gehören zu den größten Namen, welche auch der dürren Gegenwart noch ein Begriff sind.

Tiefen Eindruck gemacht haben diese Werke auf Brunhild Schwertner. Sie schreibt über sich selbst: „Eine spezielle Kunstausbildung habe ich für mich abgelehnt, weil ich mich nicht von "Kunstprofessoren“ verbiegen lassen wollte. Irgendeine Art der Förderung hatte ich also nicht. Bis heute bin ich ein Einzelgänger geblieben. Dadurch bin ich aber auch unabhängig geblieben und muss nicht „gefällig“ malen. Meine Motive finde ich in der Natur - Landschaften im Licht. Monets Bilder haben meinen Malstil impressionistisch beeinflusst.“

Mit ihren Ölgemälden möchte sie den Betrachter mit in das Licht nehmen, von dem sie gefangen sei, erläutert sie auf ihrer Seite, und führt aus: „Alles wird erst sichtbar durch das Licht. Es durchdringt, bringt zum Leuchten. Starre Objekte wie Mineralien halten das Licht fest und zeigen verborgene Einschlüsse. Durch den Wind bewegte Objekte – Zweige von Weiden beispielsweise - verändern ihre Farben ständig. Von dunklen Blautönen über silbrig-grün, ocker bis zu gleißendem weiß. Dazu kommen Farbtupfen, die durch das widerspiegelnde Licht benachbarter Objekte erzeugt werden. In diesem Fall eines Baumstamms oder des vorbeifließenden Wassers. Welche Farbe hat Wasser? Es kann alle annehmen. Wenn es langsam fließt, klar und durchsichtig ist kann man stellenweise den Grund sehen. Aber Baumschatten und einfallendes Sonnenlicht, das sich auch noch im Blattwerk bricht, erzeugen Lichtspiele. Diese auf Leinwand einfangen – ist eine Herausforderung.“

Die Künstlerin weiß, daß der unbekümmerte Rückgriff auf eine vergangene Stilepoche in der zeitgenössischen Kunstszene mit ihrem Zwang zur Neuerung bisweilen eher belächelt wird. Gegenüber ART-DEPESCHE gesteht sie: „Ja, ich hatte und habe Probleme, dass meine "wiederentdeckte impressionistische" Art in gewissen Kreisen anerkannt wird. Aber damit lebe ich schon lange, das hält mich aber nicht davon ab meine Weg weiter zu gehen. Ich finde reichlich Bestätigung in den "mittleren" Bevölkerungsschichten. Es scheint mir so, dass meine Bilder inzwischen immer mehr Liebhaber finden. In Ausstellungen kommen jedenfalls viele interessierte Besucher, auch andere Künstler.“

Die Impressionisten der ersten Generation malten Landschaften fast ausschließlich im Freien, zumindest die Vorarbeit wurde dort geleistet - es war dies nahezu ein Glaubenssatz, an dem auch einige Neoimpressionisten festhalten. Brunhild Schwertner sieht dies weniger dogmatisch: „Für gewöhnlich gehe ich in die Natur, fotografiere und nehme das Foto als Vorlage - mehr nicht. Es ist für mich ein Hilfsmittel und ich kann dadurch meine Erinnerung auffrischen - ich war selbst da - und bin durch das Foto wieder vor Ort. Das Licht wandert schnell, ich brauche ca. 4 - 6 Stunden für ein Bild, bedeutet - die Sonne ist schon weitergewandert und die Schatten auch. Außerdem bin ich windunabhängig und die Insekten fliegen nicht in die Farbe. Es spricht so manches für die Arbeit im Atelier. Aber manchmal .... male ich auch draußen!“

Die Motive sind vorzugsweise Landschaften, verträumte Städteansichten, Gärten und Stilleben, die in manchem an die Werke der Altmeister erinnern und doch eine begeisternde eigene Note besitzen. Und sie sind vor allem eins: wirklich schön. Braucht es da einer weiteren Rechtfertigung? Vom 23.Mai bis 7. Juni sind ihre Arbeiten im Alten Rathaus in Schweinfurt zu besichtigen, von Montag bis Freitag 12.00 - 17.30 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag 11.00 - 17.00 Uhr. Die Vernissage wird am 22. Mai, 19.30 Uhr stattfinden.

Die Ölgemälde der Brunhild Schwertner - Die Wiederentdeckung der Sprache der Farbe und des Lichts https://art-depesche.de/ Ruedi Strese