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Dan Namingha „Schmetterlingsmädchen“ (Acryl auf Leinwand, 1995, aus Privatsammlung)

Potsdam - Parallel zur Hauptausstellung „Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne“ stellt das Museum Barberini unter dem Titel „Zeitgenössische Positionen in den USA und Mexiko“ mit Rufino Tamayo, Harald Joe Waldrum und Dan Namingha in einer eher kleinen, aber feinen Schau drei sehr eigenwillige Künstler der amerikanischen Moderne vor.

Der früheste dieser drei Maler ist Rufino Tamayo (1899-1991), ein Mexikaner zapotekischer Abstammung. Seine Arbeiten liegen zwischen Abstraktion und Figürlichkeit, sind von surrealen Traumwelten und kubistischer Formzerlegung beeinflußt, beziehen sich jedoch gleichzeitig explizit auf heimatliches traditionelles Erbe. Hervorgehoben sei insbesondere das fulminante Großgemälde „Kinder, die mit dem Feuer spielen“ von 1947.

Harald Joe Waldrum (1934-2003) aus New Mexico lebte in jungen Jahren vorübergehend in New York, wo er Einflüsse des Abstrakten Expressionismus aufnahm, zog jedoch später wieder nach New Mexico. Seine Arbeiten sind zum Teil abstrakte Farbstudien, zum Teil Ansichten der lokalen Architektur, insbesondere alter Kirchen, um deren Erhalt er sich verdient gemacht hat. Diese Ansichten sind jedoch oft Details, fokussiert und vereinfacht, wodurch sie wiederum stark in die Abstraktion hineingehen. Man kann den Arbeiten definitiv Eigenständigkeit, große Kraft und ästhetischen Reiz bescheinigen.

Überaus interessant ist auch der jüngste und einzige noch lebende der drei Künstler, der 1950 in Arizona geborene Hopi Dan Namingha. Er stammt aus einer der traditionellen Volkskunst verpflichteten Familie; der Großvater und Onkel waren namhafte Schnitzer hölzerner Kachina-Figuren. Namingha selbst verbindet in seinen Gemälden nun die Motive, Symbolik, Farbgebung und Formsprache dieser traditionellen indianischen Kunst mit den Möglichkeiten der amerikanischen abstrakt-modernen Malerei – die Bilder strahlen archaische Magie aus, berühren unmittelbar die tieferen Schichten.

Ein weiterer Raum unter dem Motto „Abstraktion transatlantisch. Austausch zwischen Frankreich und Amerika“ wird dieser Ausstellung zugerechnet, tatsächlich handelt es sich jedoch gewissermaßen um ein Überbleibsel der bereits vergangenen „Klassiker der Moderne“, weswegen wir uns an dieser Stelle mit einer bloßen Erwähnung begnügen.

„Zeitgenössische Positionen in den USA und Mexiko“ wird noch bis zum 3. Oktober 2017 zu besichtigen sein. Das Museum Barberini ist am Dienstag geschlossen, an den übrigen Tagen von 10-19 Uhr geöffnet. Es befindet sich auf dem Alten Markt in der Humboldtstraße 5-6 in 14467 Potsdam.

 

Verweise:

https://www.museum-barberini.com/abstraktion-in-den-usa-und-mexiko/
https://haroldjoewaldrum.com/
http://www.kolahstudio.com/?p=62
http://www.namingha.com/dan.php

Moderne Kunst aus New Mexico, Mexiko und Arizona in Potsdam https://art-depesche.de/images/IMG_6020_1200px.jpg Ruedi Strese