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links: Leonid Bagriy „Mondnacht“ (Öl auf Leinwand, 2009) | rechts: Oleg Podskotschin „Clown“ (Öl auf Leinwand, 2009)

Berlin - Die bereits vorgestellte Berliner Galerie ARS PRO DONO, spezialisiert auf Künstler aus dem postsowjetischen Raum, kann derzeit mit zwei Gründen für einen baldigen Besuch aufwarten. Zum einen wurde gerade eine neue Gruppenausstellung mit einer Auswahl von Werken einer Reihe von Künstlern der Galerie eröffnet, zum anderen ist gegenwärtig der ukrainische Maler und Regisseur Sergei Luchishin dort zu Gast und wird für einige Wochen vor Ortselbst arbeiten.

Die Kollektivschau wird bis zum 30. September gehen und vereint Künstler aus Rußland, Moldawien, der Ukraine, Kasachstan und Georgien. Der Titel „Wir sind so verschieden...“ wirkt eher nach einer Verlegenheitslösung, bezieht sich indes nach Aussage des Galeristen explizit nicht auf die Künstler, sondern die Protagonisten, Stile und Stimmungen der Werke, unter denen sich sehr interessante Stücke befinden, aufgrund derer sich ein Besuch der Ausstellung durchaus lohnt. Einige der Künstler seien kurz vorgestellt. 

Da ist zunächst der Georgier David Popiashvili, dessen herausragende Einzelausstellung gerade erst zu sehen war. Die gezeigten Werke sind dieser entnommen. Popiashvili vertritt eine sehr eigenständige, märchenhafte Malerei, welche sich ihrer tiefen Wurzeln in den religiösen und folkloristischen Traditionen Georgiens nicht schämt.

Mit gleich sieben Bildern ist Vladimir Virovoy aus Rußland vertreten, welcher Elemente verschiedenster Stile der Moderne, von Surrealismus bis zu Abstraktem Expressionismus, verbindet und eine zwischen Abstraktion und Figürlichkeit stehende Malerei schafft, deren Anliegen vorrangig der Ausdruck innerer seelischer Zustände des Menschen ist.

Ein überaus interessanter Künstler ist der Ukrainer Leonid Bagriy, der sich impressionistischer Licht- und Farbwirkungen und Pinseltechnik bedient, um mit kräftigen Strichen stark zur Abstraktion neigende expressionistische Arbeiten auf die Leinwand zu bringen. Zur Illustration des Artikel verwendeten wir sein Bild „Mondnacht“ von 2009 (links).

Mit nur drei, doch dafür umso betrachtenswerteren, Werken vertreten ist Oleg Podskotschin aus Wladiwostok im fernen Sibirien. Die Gemälde „Salome“, „Ritter, Tod und Teufel“ sowie das für diesen Artikel genutzte „Clown“ sind von düsterer Symbolhaftigkeit geprägt, bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Mythen und Wirklichkeit und bedürfen einer genaueren Betrachtung, um ihre Wirkung zu entfalten.

Schließlich sei auch noch der Ukrainer Sergey Luchishin erwähnt. Dieser ist mit seinem Werk nicht Teil der Ausstellung, wird allerdings bis zum 5. September ständig in der Galerie zu Gast sein und vor Ort Neues schaffen. Seine von stark reduzierten Formen und pastellartigen Farben geprägte Malerei strahlt zugleich kindliche Naivität und Verlorenheit aus.

Die Galerie ARS PRO DONO befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, sie isterreichbar unter 030-66868136 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Verweise:

https://art-depesche.de/malerei/294-georgische-novellen-neue-arbeiten-von-david-popiashvili-in-berlin.html
http://www.arsprodono.de/?cat=c99_Sergey-Luchishin-sergey-luchishin.html
http://www.arsprodono.de/?cat=c87_Oleg-Podskotschin-Oleg-Podskotschin.html
http://www.arsprodono.de/?cat=c79_Leonid-Bagriy-Leonid-Bagriy.html

Neue Gruppenausstellung und Live-Malerei in Berlin-Prenzlauer Berg https://art-depesche.de/images/IMG_6088.JPG Ruedi Strese