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Ruedi Strese über die Kunstwende vom Impressionismus zum Expressionismus | Quelle: ART DEPESCHE

Berlin - Im Frankfurter Städel Museum liegt die gewaltige Ausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ in den letzten Zügen, da lockt die Berliner Nationalgalerie mit der „Kunstwende“, wie der Publizist Herwerth Walden den Wechsel vom Impressionismus zum Expressionismus nannte. Dabei sollen im direkten Vergleich Gegensätze wie Ähnlichkeiten zwischen den beiden Richtungen deutlich gemacht werden.

Geordnet wurden die Werke nicht chronologisch oder nach Künstlerkreisen, sondern thematisch (je ein Raum zu den Themen Badende, Künstlerbildnisse, Krieg, Natur, Städte usw.) und dabei bewußt jeweils impressionistische und expressionistische Bilder nebeneinander zur Schau gestellt - einschließlich der von Vertretern der postimpressionistischen Grauzone; die Übergänge sind natürlich fließend.

Neben einer großen Menge hauseigener Exponate kann viel Beachtenswertes aus verschiedenen Museen und Privatsammlungen betrachtet werden. Gut vertreten sind u.a. von den französischen Impressionisten Manet, Renoir, Pissarro, Monet (besonders erfreulich die Leihgabe des Spätwerks „Charing Cross Bridge“), von den deutschen Impressionisten Slevogt, Liebermann und Corinth, von den Postimpressionisten Munch, Signac, Cézanne und von den Expressionisten Macke, Kirchner, Nolde, Dix und Franz Marc. 

Neben Ölgemälden finden sich manche kleinen Schmuckstücke, nicht wenige davon aus dem Berliner Kupferstichkabinett, etwa Aquarelle von Signac, eine Lithographie Manets oder eine Radierung von Liebermann. Besondere Beachtung verdient u.a. auch Otto Dix’ „Sonnenaufgang“, welcher erst 2012 für die Städtische Galerie Dresden zu einem recht hohen Preis wiedererstanden werden konnte.

Die Räume der Sonderausstellung waren bei unserem Besuch gut gefüllt, allein deshalb ist mit einem etwas längeren Aufenthalt zu rechnen, wenn man sich alle Bilder in Ruhe betrachten möchte; insbesondere in den kleineren Räumen wurde es bisweilen etwas arg „gemütlich“. Fast leer waren hingegen die erste und dritte Etage, welche Teile der Dauerausstellung (Realismus und Romantik) beherbergen. Diese hochkarätigen Sammlungen mit etlichen großartigen Schöpfungen von Adolph Menzel, Caspar David Friedrich, Ernst Ferdinand Oehme, Carl Blechen, Arnold Böcklin usw. sind für sich bereits immer einen Besuch wert und bieten sich zur Entspannung nach dem leichten Gedränge bei „ImEx“ absolut an.

Die Ausstellung in der Alten Nationalgalerie (Museumsinsel, Bodestr. 1-3, 10178 Berlin) läuft noch bis zum 20. September. Der Eintritt für Sonder- und Dauerausstellung liegt bei 12,-, bzw. ermäßigt 6,- Euro, für Kinder unter 18 Jahren ist der Besuch kostenlos. Das Fotografieren der Exponate ohne Blitz ist, abgesehen von gekennzeichneten Ausnahmen, gestattet. Unter Umständen ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen.

 

Verweise:

http://www.imexinberlin.de
http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/alte-nationalgalerie/home.html
http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/nationalgalerie/home.html

Die „Kunstwende“ in der Alten Nationalgalerie Berlin - Impressionismus und Expressionismus im Vergleich https://art-depesche.de/images/IMG_1201.JPG Ruedi Strese