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Rudolf Bartels „Häuser mit Goldregen“

Frankfurt am Main - Erst kürzlich befaßten wir uns mit Franz Bunke, dem Initiator der Künstlerkolonie im mecklenburgischen Schwaan, doch war dieser bei weitem nicht der einzige bemerkenswerte Vertreter dieses Treffs norddeutscher Freilichtmaler. Nach und nach wollen wir unseren Lesern einige der Bundesgenossen Bunkes vorstellen, anfangend mit dem wohl prominentesten unter ihnen, Rudolf Bartels, welcher als bedeutendster mecklenburgischer Maler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt.

Geboren wurde er 1872 in Schwaan in einer Töpferfamilie und ist somit nach dem 15 Jahre früher zur Welt gekommenen Franz Bunke der zweite Künstler von Rang aus dieser Kleinstadt unweit von Rostock. Ab 1887 ließ er sich zum Dekorationsmaler ausbilden und war als solcher ab 1892 in verschiedenen deutschen Städten tätig. Von 1897 bis 1900 besuchte er zudem die Berliner Handwerkerschule.

Franz Bunke entdeckte Bartels’ Talent, und auf sein Anraten studierte dieser ab 1900 an der Kunstschule in Weimar bei Altmeister Theodor Hagen, wo er 1902 die Wilhelm-Ernst-Medaille in Gold erhielt. Während seiner Studienjahre malte er in den Semesterferien gemeinsam mit Bunke, Peter Paul Draewing und Alfred Heinsohn in Schwaan unter freiem Himmel, 1904 nahm er an einer Gemeinschaftsausstellung der Gruppe in Rostock teil.

Von 1908 bis 1917 war das heimatliche Schwaan, unterbrochen nur durch den Kriegsdienst, seine Hauptwirkungsstätte. Anschließend zog er in der Hoffnung auf größere Erfolge nach Rostock, wo er 1919 eines der Gründungsmitglieder der Rostocker Künstlervereinigung wurde. Große Beachtung fand eine 1926 von seinem Künstlerkollegen Friedrich Schult organisierte Ausstellung in Güstrow. Ein nervliches Leiden machte jedoch mit der Zeit für Bartels das Schaffen immer schwieriger, er zog sich zusehends zurück. Seine letzte Ausstellung hatte er 1931, und als er 1943 in Rostock starb, nahm kaum jemand davon Notiz.

Rückblickend schuf Bartels jedoch ein überaus beeindruckendes Werk, welches unbedingt mehr Beachtung verdient. Malte er zunächst in einem von Barbizon beeinflußten, erdigen Pleinairstil, so fand er ab etwa 1905 schließlich eine völlig eigene Malweise. In leuchtendsten Farben und mit kraftvollem Pinselstrich schuf er seine von Naturalismus und Impressionismus beeinflußten Gemälde. Er brachte Landschaften, heimatliche Szenen (etwa die bekannte Serie der „Laternenkinder“) und Stilleben auf die Leinwand. Arbeiten von Bartels sind unter anderem in den Kunstmuseen von Schwaan, Rostock und Neubrandenburg zu besichtigen.

 

Verweise:

http://www.kunstmuseum-schwaan.de/der-maler-rudolf-bartels/
http://www.kunstmuseum-schwaan.de/rudolf-bartels/
https://frankkoebsch.wordpress.com/2016/08/13/die-laternenkinder-und-andere-bilder-von-rudolf-bartels/

Rudolf Bartels – Mecklenburgs großer Postimpressionist https://art-depesche.de/images/Rudolf_Bartels_-_Huser_mit_Goldregen.jpg Ruedi Strese