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Antoine-Jean Gros „Napoleon auf dem Schlachtfeld von Preußisch-Eylau“ (1808)

Paris - Er schuf gewaltige Schlachtszenen, Bildnisse und Historiengemälde in technischer Perfektion – Antoine Jean Gros gehört zu den Meistern des französischen Klassizismus. Früh bereits traf er Napoléon Bonaparte und begleitete als glühender Verehrer dessen politischen und militärischen Werdegang.

Geboren wurde er 1771 in Paris als Sohn des Miniaturenmalers Jean Antone Gros, welcher ihm ab dem Alter von sechs Jahren Malunterricht erteilte. Seine Mutter Pierrette-Madeleine-Cécile Durand war gleichfalls Malerin, überliefert sind von ihr einige Pastelle. 1785 entschied er sich für eine Ausbildung im Atelier des etablierten Historienmalers Jacques-Louis David, überdies nahm er ab 1787 Kurse an der Akademie in Paris.

Der Tod des ihn bislang unterstützenden Vaters 1786 stellte ihn vor finanzielle und die französische Revolution 1789 vor politische Probleme. Er war zunächst gezwungen, selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen und verdingte sich als Porträtkünstler. 1793 mußte er, als Anhänger der Monarchie verdächtigt, aus Frankreich fliehen – die nächsten Jahre verbrachte er deshalb in Italien.

Dort, genauer gesagt in Mailand, traf er 1796 erstmals seinen Helden Napoleon Bonaparte, damals noch vorrangig Militär ohne klare politische Ambitionen, welcher ihn auch bald mit einem Gemälde beauftragte, betitelt „Napoleon auf der Brücke von Arcole“.

Gros begab sich 1799 zurück nach Frankreich und machte sich fortan als Maler der Unternehmungen Napoleons einen Namen, die er in heroisch-realistischer Weise festhielt; auch Porträts schuf er weiterhin. Als sein Chef d’Oeuvre gilt das monumentale „Napoleon auf dem Schlachtfeld von Preußisch-Eylau“ von 1808, heute im Louvre zu besichtigen.

In seinen frühen Werken unterschied er sich von den meisten Klassizisten durch die betont dramatische Stimmung seiner Bilder, mit der er romantische Elemente vorwegnahm, und sohatte er auf die frühen Vertreter der Romantik, insbesondere Eugène Delacroix und Théodore Gericault (der auch sein Schüler gewesen war) einen starken Einfluß.

Von 1811 bis 1824 schuf er die Deckengemälde des Pariser Pantheon, ebenso eines für den ägyptischen Raum des Louvre. Generell arrangierte er sich nach der Entmachtung Napoleons mit der bourbonischen Restauration, wurde Professor der École des Beaux-Arts und erhielt 1824 den Titel eines Barons. Er übernahm das Atelier seines 1815/16 als Jakobiner verbannten alten Lehrers David, stilistisch näherte er sich dessen strengem Klassizismus an, was jedoch zu seiner Ablehnung durch die jüngere Generation der Romantiker führte.

Die Tatsache, daß sowohl David als auch die Romantiker seinen Arbeiten letztlich die Wertschätzung versagten, scheint seinem ohnehin melancholisch veranlagten Wesen stark zugesetzt zu haben, die letzten Jahre seines Lebens verliefen eher erfolglos, und das Gefühl, gescheitert zu sein, wird als Ursache dafür gesehen, daß er schließlich 1835 den Freitod in einem Nebenarm der Seine wählte.

 

Verweise:

https://www.britannica.com/biography/Antoine-Jean-Gros

Antoine-Jean Gros – der große Schlachtenmaler Napoleons https://art-depesche.de/images/Antoine-Jean_Gros_-_Napoleon_on_the_Battlefield_of_Eylau_-_Google_Art_Project.jpg Ruedi Strese