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Rudolf Ribarz „Holländischer Kanal mit Windmühle“ (Öl auf Holz)

Wien - Beispiele äußerst dezenter, feinfühliger und zurückhaltender Landschaftsmalerei schenkte der Österreicher Rudolf Ribarz der Kunstwelt. Hierbei orientierte er sich zunächst an der schlichten Farbgebung von Gustave Courbet und der Schule von Barbizon um Camille Corot, spätere Arbeiten zeigen mehr Mut zur Farbe. In den letzten Jahren schuf er asiatisch beeinflußte Blumenbilder von hohem Reiz.

Zur Welt kam er 1848 in Wien als Sohn eines Kaufmanns. Er studierte von 1864-69 an der Akademie der Bildenden Künste seiner Heimatstadt bei Professor Albert Zimmermann, einem herausragenden Vertreter der heroischen Landschaftsmalerei; dort schloß er überdies dauerhafte Freundschaften mit Eugen Jettel und Emil Jakob Schindler. Ab 1868 nahm er regelmäßig an Ausstellungen teil.

Es folgten Jahre, welche er hauptsächlich in der Ferne verbrachte. Von 1870 bis 1872 bereiste er zu Studienzwecken Italien (vor allem in Venedig hielt er sich lange auf) und Südtirol, 1875 besuchte er Brüssel, wo er mit Vertretern der Haager Schule zusammentraf; dies führte zu seiner Beteiligung an der "Ausstellung lebender Meister" in Den Haag 1875 und 1876.

In diesem Jahr zog er nach Paris um, wo er in Kontakt zu Corot und der Schule von Barbizon kam, deren persönliche Darstellungsweise kleiner Landschaftsausschnitte („paysages intimes“) für ihn zunächst maßgeblich und dabei Grundlage eines eigenen Stils wurde, einer poetischen Pleinairmalerei, welche dem Impressionismus im weiteren Sinne zugerechnet werden kann.

Paris blieb bis 1892 sein Wohnsitz, unterbrochen wurde dieser Aufenthalt durch Reisen nach Holland und Nordfrankreich. Er entwickelte eine rege und erfolgreiche Ausstellungstätigkeit, zu bewundern waren seine Werke im Pariser Salon, doch auch in München, Wien, Berlin und Venedig sowie auf den Weltausstellungen von Paris (1889), Chicago (1893) und Antwerpen (1894).

Als Ribarz 1892 nach Wien zurückkehrte, war er ein gefeierter Mann und hatte keine Probleme, an seine Erfolge im Ausland anzuknüpfen. Er verlegte sich auf die, nach eigenen Worten, „Kraut- und Rübenmalerei“, befaßte sich also mit Blumen und Früchten, folgte dabei dem damals virulenten Japonismus und schuf in diesem Metier ganz herausragende Arbeiten.

Von 1892 bis 1899 war er Professor für Blumenmalerei an der Wiener Kunstgewerbeschule, 1896 war er Kurator der Österreichischen Abteilung der Kunstgewerbeausstellung in Brüssel und wurde in den Kunstrat des österreichischen Unterrichtsministeriums aufgenommen.

Ein zunehmend gravierendes Nervenleiden führte im Jahr 1900 zu seinem Rücktritt von der Lehrstelle. Er starb 1904 in Wien und wurde in einem „ehrenhalber gewidmeten Grab“ auf dem Döblinger Friedhof bestattet. Rudolf Ribarz gehört zu den Vertretern einer heute weitgehend in Vergessenheit geratenen stilvollen Landschaftsmalerei, die es verdienen, wieder mehr Beachtung zu finden; auch seine Blumenbilder verraten ein hohes Maß an Talent und Geschmack.

 

Verweise:

https://artuk.org/discover/artists/ribarz-rudolf-18481904
http://www.biographien.ac.at/oebl_9/116.pdf
https://austria-forum.org/af/AEIOU/Ribarz%2C_Rudolf
https://de.wikisource.org/wiki/BLK%C3%96:Ribarz,_Rudolph
https://www.dorotheum.com/sparten/k/bilder/kuenstler/rudolf-ribarz.html?tx_onkuenstlerarchiv_artists%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=1
http://digital.belvedere.at/people/1855/rudolf-ribarz

Der Wiener Landschaftsmaler Rudolf Ribarz https://art-depesche.de/images/Ribarz-Hollndischer_Kanal_mit_Windmhle_1200px.jpg Ruedi Strese