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Alfred Heinsohn „Der Lindenbruch bei Schwaan“

Frankfurt am Main - Wenn von norddeutscher Freilichtmalerei die Rede ist, sollte Alfred Heinsohn auf keinen Fall ausgelassen werden. Wie eine ganze Reihe weiterer interessanter Künstler war er in der Schwaaner Künstlerkolonie um Franz Bunke tätig, stilistisch bewegte er sich von einem farbenfrohen Impressionismus hin zu einer zunehmend abstrakt-expressiven Malweise, blieb dabei jedoch seinem bevorzugten Thema, der Landschaft, treu.

Geboren wurde er 1875 in Hamburg. Dort lernte er zunächst den Beruf des Dekorationsmalers – interessanterweise war dies auch die Ausbildung seiner späteren Künstlerfreunde Franz Bunke, Rudolf Bartels und Peter Paul Draewing; anschließend studierte er an den Kunstgewerbeschulen in Karlsruhe und Düsseldorf.

Es folgte ein Malereistudium in Weimar. Hier lernte Heinsohn bei Theodor Hagen, dem Begründer der impressionistisch orientierten Weimarer Malerschule, sowie bei Christian Rohlfs, einem originellen Querkopf, der künstlerisch eine Heinsohn ähnliche Entwicklung durchmachte und ihn (recht ersichtlich) stark beeinflußte.

In Weimar kam auch der Kontakt zu Bunke und dessen „Gefolgsleuten“ Bartels und Draewing zustande, welche regelmäßig in Bunkes Heimatort Schwaan bei Rostock fuhren, wo dieser bereits Jahre zuvor eine örtliche Künstlerkolonie ins Leben gerufen hatte; Heinsohn schloß sich dieser Gruppe von Pleinairmalern an.

1902 ließ er dort selbst ein Haus errichten. Er bewohnte dieses bis 1910, dann verkaufte er es und bereiste Frankreich und die Schweiz. Die Einziehung in den Wehrdienst 1914 bedeutete ein Aussetzen seines künstlerischen Schaffens, und nach dem Krieg kehrte er nicht nach Schwaan zurück, sondern ließ sich in seinem Geburtsort Hamburg nieder, wo er weiter als Maler von Landschaften und zunehmend geometrisch-abstrahierten Stadtansichten tätig war, nahm sich jedoch 1927, an Einsamkeit und Armut leidend, das Leben.

Wie sein Lehrer Christian Rohlfs hatte Heinsohn einen Weg von impressionistisch orientierter zu einer eher expressionistisch-flächigen Malweise gewählt, wies dabei indes genug Eigenständigkeit auf, vor allem die äußerst kraftvolle Farbgebung ist von ganz eigenem Reiz. Ungewöhnlich war, daß er oft grobes Sackleinen als Malgrund wählte und dessen Materialeigenschaften in die Komposition einfließen ließ. Neben Ölbildern schuf er Aquarelle und Zeichnungen und befaßte sich mit Fragen der Architektur und Kunsttheorie.

 

Verweise:

http://www.kunstmuseum-schwaan.de/der-maler-alfred-heinsohn/
http://www.alfred-heinsohn.de/?page_id=11
https://art-depesche.de/malerei/317-rudolf-bartels-–-mecklenburgs-großer-postimpressionist.html

 

Alfred Heinsohn – Pleinairmaler zwischen Impressionismus und Expressionismus https://art-depesche.de/images/58.-Alfred-Heinsohn-Der-Lindenbruch-bei-Schwaan-Kunstmuseum-Schwaan.jpg Ruedi Strese