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Marie von Malachowski-Nauen „Feuerlilien“ (ca. 1912)

Frankfurt am Main - Unter den zahlreichen Künstlern des Rheinischen Expressionismus, welcher fauvistische und futuristische Einflüsse verarbeitete, waren nur wenige Frauen vertreten. Beachtenswert ist auf jeden Fall Marie von Malachowski, die Ehefrau Heinrich Nauens, welche unter anderem düstere Holzschnitte und ganz im Gegensatz dazu herrlich farbenfrohe Blumenstilleben schuf.

Geboren wurde Clara Anna Marie von Malachowski 1880 in Hannover. Sie entstammte einer Adelsfamilie mit Hauptsitz in Kleinmachnow bei Potsdam. 1899 begann sie ihre künstlerische Ausbildung bei dem Impressionisten Wilhelm Claudius in Dresden. Bereits im Folgejahr ging sie allerdings nach Stuttgart, wo sie nicht nur ihren Lehrer Leopold von Kalckreuth, einen der wichtigsten deutschen Realisten, kennenlermte, sondern zwei Jahre später auch dessen Meisterschüler Heinrich Nauen, den sie 1905 in Dresden ehelichte.

Die Hochzeitsreise nach Paris nutzte das Künstlerpaar, um für einige Monate an der Académie Julian zu studieren, von 1906 bis 1911 lebten sie in Berlin und Kleinmachnow. Anschließend wurde Schloß Dilborn in der Nähe des niederrheinischen Brüggen zum Wohnsitz gewählt, worauf für das Paar im Umfeld der rheinischen Expressionisten eine äußerst schöpferische Phase begann. Es bestanden zahlreiche Kontakte zu bedeutenden Kollegen wie Franz Marc, Erich Heckel oder August Macke, und nach dem Ersten Weltkrieg schloß sie sich der Avantgardistengruppe „Junges Rheinland“ an; auch in der Künstlerkolonie Worpswede hielt sie sich für einige Zeit auf.

Marie schuf in den rund 20 Jahren in Dilborn ihre wichtigsten Werke, darunter symbolhafte Holzschnitte, kraftvolle Landschaften, lebensfrohe Portraits, vor allem von Frauen und Kindern, und Blumenstilleben, unterbrochen wurde ihr Schaffen jedoch immer wieder durch gesundheitliche und eheliche Probleme.

1931 zog das Ehepaar nach Neuß, beide malten jetzt nur noch sporadisch. Schließlich fielen sie als Expressionisten nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die Kategorie der „entarteten Kunst“ und zumindest ein Teil ihrer Werke wurde aus den Museen entfernt; Heinrich Nauen mußte 1938 seine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf, welche er seit 1921 innegehabt hatte, aufgeben.

Beide zogen zuletzt nach Kalkar, wo sie weitgehend zurückgezogen lebten. Dort starb er 1940, Marie von Malachowski-Nauen fand noch einmal zu alter Schöpferkraft zurück, und es entstand ein im Vergleich zu früheren Arbeiten zurückhaltenderes, lyrisches Spätwerk, bis sie sich 1943 ebenfalls zur ewigen Ruhe begab.

 

Verweise:

http://nauen-malachowski.brueggen.de/port.htm
http://www.artnet.com/artists/marie-von-malachowski-nauen/past-auction-results

Die „junge Rheinländerin“ Marie von Malachowski-Nauen https://art-depesche.de/images/Marie_von_Malachowski-Nauen_Lilien.jpg Ruedi Strese