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Heinrich Christoph Kolbe „Johann Wolfgang von Goethe“ (Öl auf Leinwand, 1822)

Düsseldorf - Heinrich Christoph Kolbe schuf vorrangig Porträts und einige Historiengemälde. Er wird der Älteren Düsseldorfer Schule zugerechnet und bewegte sich stilistisch zwischen Klassizismus und Biedermeier (welcher ja mit einigem Recht als „gezähmte Romantik“ betrachtet werden kann). Bedeutend war er als Professor an der Akademie, von seinen Werken ist heutzutage vor allem sein Goethe-Porträt aus dem Jahr 1822 bekannt.

Geboren wurde er 1771 in Düsseldorf als Sohn eines Silberarbeiters. Sein Kunststudium begann er an der Düsseldorfer Akademie bei Johann Peter Langer, Vertreter eines akademischen Klassizismus, in dessen Tapetenfabrik er zudem tätig war. Da diese Tapeten hauptsächlich linksrheinisch verkauft wurden, verlegte Langer die Produktion 1801 nach Paris. Kolbe folgte ihm und blieb dort bis 1811.

Er nutze die Pariser Jahre für ein Studium an der École des Beaux-Arts bei dem Neoklassizisten François-André Vincent, heiratete eine Französin und beteiligte sich als Mitstreiter des Philosophen Friedrich Schlegel an dessen Zeitschrift „Europa“. Überdies war er Mitarbeiter im Atelier des erstrangigen Porträtkünstlers François Gérard.

Zurück in Düsseldorf begann er seine eigene glänzende Karriere als Porträtist. Es entstanden zahlreiche Werke, die vor allem erfolgreiche Personen des wirtschaftlichen Lebens des Rheinlandes darstellen. Es folgten zwei weitere Jahre in Paris (1818 bis 1820), wo er sich auch am Pariser Salon beteiligte. Auf einer Kunstausstellung in Lille konnte er eine Silbermedaille gewinnen.

1822 ging er nach Weimar, wo er den Großherzog Carl August und den Dichterfürsten porträtierte. Goethe und Kolbe standen bereits seit 1799 in Kontakt, und Goethe hatte Kolbe seinerzeit zur Teilnahme an dem von ihm initiierten Preisausschreiben der „Weimarer Kunstfreunde“ ermuntert. Das Werk, welches den bereits 73jährigen Goethe in weitgehend realistischer Weise darstellte, wurde von diesem wohlwollend aufgenommen, wohingegen zahlreiche seiner Verehrer es gerade für seinen Realismus ablehnten. Ein weiteres Porträt von 1826, welches Goethe vor dem Vesuv zeigt, hielt der Dichter allerdings für nicht sehr gelungen.

Von 1822 an war Kolbe selbst als Professor an der Düsseldorfer Akademie tätig. Seine bekanntesten Schüler dürften die Landschaftsmaler Andreas Achenbach undJohann Wilhelm Schirmer gewesen sein. Leidergestaltete sich das Verhältnis zum Akademiedirektor Friedrich Wilhelm von Schadow überaus schwierig, was ab 1832 zu Kolbes mehrfach verlängerter Beurlaubung führte. Er starb 1836 nach längerer Krankheit in seiner Heimatstadt.

Heinrich Christoph Kolbe – Porträtmaler der Älteren Düsseldorfer Schule https://art-depesche.de/images/Heinrich-Christoph-Kolbe-Johann-Wolfgang-von-Goethe_1200px.jpg Ruedi Strese