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Zygmunt Waliszewski „Landschaft aus Meaux“ (1929)

Krakau - Der Polnische Kolorismus, auch als Kapismus bezeichnet, war eine Bewegung der frühen Moderne in Polen, welche unter dem Eindruck des französischen Impressionismus und verschiedenen Varianten des Postimpressionismus entstand. Gepflegt wurde, wie auch bei den französischen Vorbildern, eine Haltung des „L’art pour l’art“, weitgehend frei von gesellschaftlichen, religiösen oder historischen Bezügen. Diesem Ästhetizismus folgend entstanden zahlreiche ansprechende Werke. Einer der interessantesten Vertreter der Richtung war sicher Zygmunt Waliszewski.

Geboren wurde dieser 1897 in Sankt Petersburg als Sohn eines polnischen Ingenieurs. 1907 zog die Familie nach Tbilisi, Georgien, damals zum Russischen Reich gehörend. In so frühen Jahren bereits begann er, bei als „N. Sklifasowski“ und „B. Vogel“ auftauchenden Lehrern an der Mal- und Zeichenschule eben dies, also Malen und Zeichnen, zu lernen. Es ist zu lesen, daß er 1908, im Alter von nur elf Jahren, bereits eine erste Ausstellung gehabt und Teil der Avantgarde geworden sein soll.

Im Ersten Weltkrieg diente er auf russischer Seite. In Moskau traf er Künstler des frühen russischen Avantgardistenzirkels Mir Irkusstwa,ließ sich von Sammlungen französischer Kunst und den Russischen Futuristen inspirieren. Zurück in Georgien, wurde er selbst Teil einer futuristischen Gruppe.

1920 ging er schließlich nach Polen, wo er sein Studium an der Krakauer Akademie der Bildenden Künste bei Wojciech Weiss und Józef Pankiewicz, dem Begründer des Polnischen Kolorismus, fortsetzte. 1924 folgte er Pankiewicz nach Paris und wurde Mitglied der von diesem gegründeten Künstlergruppe „Pariser Komitee“, der Kapisten. Mit diesen malte er pleinair und nahm an Gruppenausstellungen teil, zudem wurde er Bewunderer der Arbeiten von Matisse, van Gogh und Cézanne.

In Paris erkrankte er jedoch auch bereits an einer schweren Gefäßentzündung, dem Winiwarter-Buerger-Syndrom, was ihn beide Beine kostete und auch seine Arme in Mitleidenschaft zog. Ungeachtet der Krankheit entfaltete er eine große schöpferische Aktivität. Nachdem er 1931 nach Polen zurückkehrte, wo er wechselnd in Warschau, Krakau und Krzeszowice lebte, entwarf er Bühnenbilder, illustrierte Bücher und zeichnete Karikaturen. Er malte Stadtansichten, Landschaften, Genrebilder, Portraits und Akte.

Im Pariser Louvre hatte er damals bereits alte Meister kopiert, bzw. paraphrasiert; auch seine späteren, von leuchtenden Farben bestimmtenWerke fallen oft unter diese Kategorie. 1935/36 entwarf er ein Deckengemälde für das Wawel-Schloß in Krakau und im Anschluß das Bühnenbild für eine Oper Pergolesis; er starb bald darauf 1936 in Krakau. Trotz seines kurzen Lebens hinterließ er ein umfangreiches und auf seine Weise ausgereiftes Werk.

 

Verweise:

http://www.angelfire.com/scifi2/rsolecki/zygmunt_waliszewski.html
http://culture.pl/en/artist/zygmunt-waliszewski
http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/zygmunt-waliszewski/

Zygmunt Waliszewski – der Frühvollendete des Polnischen Kolorismus https://art-depesche.de/images/Waliszewski-Pejzaz_z_Meaux.jpg Ruedi Strese