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Alexandre Perrier „Les Trois Grâces“ (Öl auf Leinwand, ca. 1900-1903)

Bern - Ein überaus eigenständiger Landschaftsmaler war der Franko-Schweizer Alexandre Perrier. Beeinflußt von Symbolismus, Jugendstil und Neoimpressionismus schuf er stilvolle Gemälde von zarter Farbgebung.

Er wurde 1862 in Genf geboren. Den Vater verlor er mit sechs Jahren, die Mutter zog ihn auf. Er besuchte das einst von Calvin gegründete Collège de Genève und begann anschließend eine Lehre im Bankgewerbe, welche er jedoch abbrach, da er das Malen und Zeichnen vorzog.

1881 ging er also ins elsässische Mülhausen, wo er den Beruf des Textildruckzeichners lernte. Zehn Jahre später verschlug es ihn als Modezeichner in die französische Hauptstadt, wo er sich mit künstlerisch tätigen Landsleuten wie Ferdinand Hodler, Eugène Grasset, Rodo und Albert Trachsel assoziierte; alle genannten standen dem Jugendstil und Symbolismus nahe. Diese Richtungen und der gerade blühende Pointillismus bzw. Neoimpressionismus hatten auch auf Perrier, der nun selbst malte und auch mehrmals im Salon des Indépendantsausstellte, einen Einfluß.

1900 ging er zurück in seine Heimatstadt, wo er bis zu seinem Tod bleiben sollte. Er blieb als Maler tätig, beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen; etwa an der Pariser Weltausstellung 1900, wo er eine Bronzemedaille erhielt, oder an der Wiener Secession im Jahr 1902. Auch in Düsseldorf und München waren seine Arbeiten zu sehen. 1917 wählte ihn die Gesellschaft Schweizerischen Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA) zum Präsidenten ihrer Genfer Sektion.

In seinen etwa 40 Jahren künstlerischen Schaffens malte er vorrangig Berglandschaften, zumeist aus der näheren Umgebung Genfs. Stilistisch orientierte er sich zunächst an der neoimpressionistischen Tüpfeltechnik, später entfernte er sich von der strengen Punktmalerei, bekam der zeichnerische Aspekt eine höhere Bedeutung.

Dabei unterschied er sich von den Impressionisten und Neoimpressionisten auch darin, daß er seine Gemälde nicht pleinair schuf, sondern seine Pastelle und Bleistiftskizzen erst im Atelier in Ölgemälde übersetzte. Perriers Arbeiten zeigen einen ganz persönlichen, feinen Stil, welcher die Natur als Spiegel seelischer Landschaften verarbeitet. Er starb 1936 in Genf.

 

Verweise:

http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4023167
http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/alexandre-perrier/
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D22566.php

Alexandre Perrier – Symbolismus aus den Schweizer Bergen https://art-depesche.de/images/Alexandre_Perrier_-_Les_Trois_Grces_1900-03.jpg Ruedi Strese