static-aside-menu-toggler
gkSearch
Fredrik Marinus Kruseman „Reisigsammler in einer Winterlandschaft“ (Öl auf Leinwand, 1853)

Delft - Ein Schöpfer ausgesprochen hochwertiger und liebevoll gestalteter Landschaftsgemälde spätromantischer Art war der Niederländer Fredrik Marinus Kruseman. Dennoch ist er in Deutschland nahezu unbekannt. Dies macht ihn natürlich besonders geeignet für unsere Serie biographischer Miniaturen, welche nicht zuletzt das Anliegen verfolgt, weniger bekannte, doch deshalb nicht weniger interessante Künstler vergangener Zeiten in auch für Laien verständlicher Form zu würdigen.

Geboren wurde er 1816 in Haarlem als Sohn eines Hutproduzenten. Künstlerisches Talent war in der Familie allerdings weiter verbreitet: sein Cousin Cornelis Kruseman war Maler historischer und religiöser Gemälde und zudem Direktor der Akademie der Bildenden Künste in Amsterdam, und Jan Adam Kruseman, ein weiterer Cousin, war Porträtist und Historienmaler.

Erste Zeichenstunden erhielt er von Jan Reekers, von 1832-33 besuchte er die städtische Zeichenschule. Überdies lernte er in jener Zeit bei dem Landschaftsmaler Nicholas Rosenboom, dessen Atelier sich in der Nähe seines Wohnhauses befand. Rosenboom wiederum war Schüler und Schwiegersohn des berühmten Andreas Schelfhout, der gleichfalls regelmäßig das Atelier besuchte, weshalb davon auszugehen ist, daß auch Kruseman und Schelfhout sich begegneten. 1833 konnte er erstmals mit einer Landschaft an der Ausstellung Lebender Meister in Den Haag teilnehmen. 1835 zog er nach Het Gooi, wo er bei Jan van Ravenswaay, auch einem Landschafter, weitere Stunden nahm.

Es folgten einige von Reisen geprägte Jahre, so ging er für einige Zeit nach Kleve (Deutschland), dort malte er Landschaften und bekam Hinweise von Barend Cornelis Koekkoek, einem weiteren romantischen Landschaftsmaler1941 zog er nach Brüssel, wo er sich, abgesehen von einer längeren Reise nach Paris, bis 1952 blieb. Es folgten vier weitere Jahre in Haarlem, und dann ging es wieder zurück nach Brüssel, wo er den Rest seines bis 1882 währenden Lebens verbrachte.

Kruseman blieb bis in seine letzten Lebensjahre schöpferisch tätig. Seine Hochphase begann in den 1860er Jahren, wo er es zu technischer Reife und Detailgenauigkeit brachte. Der Großteil seines etwa 300-350 Gemälde umfassenden Werkes besteht aus Landschaften, von denen wiederum zwei Drittel winterliche Motive darstellen. Insbesondere in der Darstellung von Farben und Licht auf Eis und Schnee brachte er es zur Meisterschaft. Nur drei Stilleben sind bekannt, überdies sind eine Reihe von Zeichnungen erhalten.

Mehrere Museen zeigen Arbeiten Krusemans, in Deutschland sind dies die Hamburger Kunsthalle und das Museum der Bildenden Künste in Leipzig. Kruseman steht ohne Zweifel in der großen Tradition der niederländischen Landschaftsmaler, dazu benutzte er die Rezepte seiner Zeit. Anhänger der späteren Düsseldorfer Schule oder der Hudson River School dürften jedenfalls auch den Landschaften Krusemans einiges abgewinnen können.

 

Verweise:

http://www.haynesfineart.com/artists/biography-Frederick-marinus-kruseman
https://www.dorotheum.com/sparten/k/bilder/kuenstler/frederik-marinus-kruseman.html?tx_onkuenstlerarchiv_artists%5B%40widget_0%5D%5BcurrentPage%5D=1#lot-988146

Der niederländische Spätromantiker Fredrik Marinus Kruseman https://art-depesche.de/images/Kruseman_Fredrik_Marinus_Faggot_Gatherers_in_a_Winter_Landscape_1853_Oil_On_Panel.jpg Ruedi Strese