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Albert Trachsel „Traumlandschaft“ (Öl auf Leinwand)

Frankfurt am Main - Er begann seine künstlerische Karriere als Architekt, später befaßte er sich dazu mit Schriftstellerei und Malerei. In diesen Gebieten schuf der Schweizer Albert Trachsel ein ganzheitlich angelegtes Werk, welches den Geist der damaligen Lebensreformbewegung atmet, doch bislang wenig erforscht ist. Sein malerisches Hauptwerk bilden esoterische Traumlandschaften in hellen Farben, welche kunstgeschichtlich dem Symbolismus zugerechnet werden können.

Geboren wurde Albert Trachsel 1863 in Nidau im Kanton Bern, wuchs jedoch in Genf auf. An der dortigen École des Beaux-Arts begann er sein Architekturstudium; dieses fand seine Fortsetzung 1881 am Polytechnikum in Zürich und 1882 an der Pariser Kunstakademie. Es folgten Reisen nach Spanien, Italien und Nordfrankreich.

Seine ersten Entwürfe als Architekt unter dem Einfluß des Symbolismus erschienen Mitte der 1880er Jahre, und bald stand er auch mit verschiedenen Künstlern des französischen und schweizerischen Symbolismus in Verbindung, darunter waren die Maler Eugène Carrière, Paul Gauguin und Ferdinand Hodler sowie die Schriftsteller Jean Moréas, Paul Verlaine und Stéphane Mallarmé. 1891 zeigte die Société des Artistes Indépendants seine Architekturzeichnungen, und 1893 schrieb Stuart Merrill, ein amerikanischer Dichter, welcher sich gleichfalls den französischen Symbolisten angeschlossen hatte, in deren Zeitschrift „La Plume“ über Trachsel.

Er begann mit der Arbeit an einem Album utopischer Architekturzeichnungen, welche 1897 unter dem Titel „Les fêtes réelles“ veröffentlicht wurden. Sie blieben einzigartig, und gebaut wurden sie nie – später aber sollen Paul Klee und Wassily Kandinsky durch die Ästhetik dieser mystischen Kultstätten- und Tempelentwürfe beeinflußt worden sein. Zudem fing Trachsel an, Aufsätze zu verschiedenen Themen, etwa die Kunst der Schweiz, zu verfassen. 1896 entwarf er die Dekoration eines an Schweizer Landesausstellung aufgeführten chinesischen Schattentheaterstückes.

1901 ließ er sich endgültig in Genf nieder. Er gab die Architektur auf und verlegte sich auf die Malerei. Zuvor hatte er in Paris bereits erste symbolistische Aquarelle gemalt, welche nun manchen seiner ab 1902/03 entstehenden Ölgemälde als Vorlagen dienten. Ausgiebige Wanderungen durch die Schweiz 1903 fanden in neuen Aquarellen ihre künstlerische Auswertung.

Als bedeutendste seiner malerischen Arbeiten gelten jedoch seine Traumlandschaften, welche von 1905 bis 1914 entstanden; es handelte sich um in magisch wirkende Ölgemälde in strahlenden Regenbogenfarben. In jener Zeit entstanden auch Theaterstücke und fantastische Erzählungen, welche durchaus im Zusammenhang mit den Bildern stehen.

Ab 1910 entstand auch eine Reihe von Blumen- und Früchtestilleben, ab 1915 schuf er jedoch im Wesentlichen nur noch Landschaftsaquarelle, welche die Genfer Umgebung darstellten. Trachsel starb 1829 in Genf. Sein Lebenswerk ist vielseitig und ungewöhnlich und verdient mit Sicherheit mehr Beachtung, als ihm bislang zuteil geworden ist.

 

Verweise:

http://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4022848
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D22109.php
http://www.artnet.com/artists/albert-trachsel/

Albert Trachsel und seine Traumlandschaften https://art-depesche.de/images/2560px-Albert-Trachsel-Paesaggio-di-sogno.jpg Ruedi Strese