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Alexey Kvaratskheliya „Spätherbst“ (Öl auf Leinwand, 70x120cm, 2015)

Berlin – Bereits zum zweiten Mal ist die Galerie First Class Art aus Numansdorp in den südlichen Niederlanden zu Gast bei der unseren Lesern bereist bekannten Berliner Galerie Ars Pro Dono, gemeinsam werden unter dem Titel „Georgische Kunst aus Holland“ bis zum 30. April hochkarätige georgische Künstler präsentiert, welche jeder für sich mit einem klar erkennbaren eigenen Stil aufwarten können.

Beim Betreten der Ausstellung erblicken wir zuerst die Arbeiten Nugzar Kakhianis. Dieser Maler und Bildhauer, 1952 in Poti (Georgien) geboren, gehört zu den großen Namen unter den Gegenwartskünstlern des postsowjetischen Raumes und kann eine umfassende internationale Ausstellungstätigkeit sowie zahlreichen Auszeichnungen vorweisen. Besonders in Rußland ist er als lebender Meister anerkannt, wo er bereits einmal als „Künstler des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Seine komplexen Gemälde, oft mit weiblichen Gestalten der griechischen Mythologie als Hauptfigur, befassen sich mit den Freuden des Lebens und sind von einer überreichen Farbigkeit.

Als zweiter Künstler ist Alexey Kvaratskheliya mit einer Reihe größerer und kleinerer Gemälde vertreten. Dieser wurde 1946 in Georgien geboren, lebt jedoch in Rußland und hat ebenfalls einen unverkennbaren Stil entwickelt, als Vorbilder genannt werden Picasso, van Gogh und der Kubismus. Starke Zeichnung und warme Farbigkeit prägen seine lebensfrohen Darstellungen von Menschen und Menschengruppen, die etwa beim Schachspiel, bei der Ernte oder beim Musizieren zu sehen sind. Dabei tragen diese alle Masken, welche jedoch sehr dünn sind und bei genauerer Betrachtung Individualität und Gefühl durchscheinen lassen.

Ein sehr außergewöhnlicher Künstler ist auch der 1953 in Georgien geborene, doch in den Niederlanden lebende Dichter und Ölmaler Zura Kalanda. Sein „mythopoetischer Realismus“ wirkt traumhaft, es vereinigen sich Gestalt und Ornament, die Formgebung ist von der georgischen Schrift, die Themenwahl von Mythen und Folklore beeinflußt. In Berlin sind die prächtigen monumentalen Gemälde Kalandas nicht zu sehen, aus Platzgründen bleibt es bei einigen kleineren Arbeiten.

Leider nur an den ersten zwei Ausstellungstagen mit zwei Bildern vertreten war Merab Gagiladze; eines dieser Bilder ist bereits nach Holland zurückgewandert, das andere gleich bei der Vernissage verkauft worden. Dennoch sei dieser 1972 in Tbilisi geborene Maler wegen der Qualität und Originalität seiner Werke erwähnt, welcher folkloristische Bezüge mit surrealistischen Anleihen verbinden. Inspirationen durch Hieronymus Bosch und Salvador Dali werden genannt, allerdings sind die Gemälde Gagiladzes von deutlich positiverer Stimmung.

Wer wissen möchte, was die georgische Kunst heuer so zu bieten hat, sollte sich diese Schau also nicht entgehen lassen. Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 10-19 Uhr sowie sonnabends von 11-16 Uhr, telefonisch ist sie unter 030/66868136 zu erreichen.

 

Verweise:

http://www.arsprodono.de/?language=de
http://www.firstclassart.nl/
http://www.artistsofrussia.com/Artists/Alexei_Kvaratskheliya/alexei_kvaratskheliya.html
http://www.antonia.lv/en/artwork/kahiani-nugzar-kakhiani-nugzar/

Georgische Grüße aus Holland – ausgestellt in Berlin https://art-depesche.de/images/IMG_9950.JPG Ruedi Strese