static-aside-menu-toggler
gkSearch
Jan Verkade „Dekorative Landschaft II“

Frankfurt am Main - Der Symbolismus hatte von jeher stark religiöse und spirituelle Ansätze. Einer seiner Vertreter, der Holländer Jan Verkade, locker der Künstlergruppe Les Nabis um Paul Sérusier zugehörig, fand nicht nur zum traditionellen Katholizismus, sondern trat selbst den Benediktinern bei und gab der Erneuerung der Kunst dieses Mönchsordens wesentliche Impulse.

Geboren wurde Johannes Sixtus Gerhardus, genannt Jan, Verkade 1868 als einer von zwei Zwillingsbrüdern in Zaandam in Nordholland. Der Vater gehörte der Sekte der Mennoniten an und hegte entschieden antikatholische Ansichten. 1877 zog die Familie nach Amsterdam, und dort besuchten Jan und sein Bruder ab 1883 die Handelsschule. Ein Besuch des Kölner Domes sowie der Porta Nigra in Trier mit seiner Familie soll für ihn ein künstlerisches Erweckungserlebnis gewesen sein, und seitdem besuchte er oft das Amsterdamer Rijksmuseum, um dortige Gemälde zu studieren und abzuzeichnen, auch soll er sich häufig zum Skizzieren in den Zoo begeben haben.

Dem Vater blieb der Wunsch, Jan möge sich mennonitisch firmen lassen und ins Familienunternehmen einsteigen, unerfüllt, stattdessen begann dieser 1887 ein Kunststudium an der Rijksakademie in Amsterdam. Er blieb dort jedoch nur bis 1889, konnte der nüchternen Technik und dem modernen Stadtleben wenig abgewinnen und zog in das malerische Hattem, wo er zwei Jahre blieb.

Im Februar 1891 zog es ihn indes wieder, wenn auch nur für kurze Zeit, in die Großstadt, und zwar nach Paris, wo er Paul Gauguin und Paul Sérusier kennenlernte; ihn faszinierte die symbolistische und postimpressionistische Ausrichtung der Nabis, welche dem nüchternen Realismus und Naturalismus so sehr entgegenstand; seine eigenen Arbeiten aus jener Zeit sind von der für diese Gruppe so typischen flächigen Malweise und erdigen Farben bestimmt. Er hielt sich viel im Umfeld der Nabis auf und kam dadurch auch mit allerhand esoterischem Gedankengut in Kontakt, blieb jedoch selbst dem Christentum verbunden.

Nachdem Gauguin im April 1891 nach Tahiti aufgebrochen war, ging Verkade für einige Zeit mit dem Dänen Mogens Ballin und Sérusier in die Bretagne, wo bereits die Künstlerkolonie von Pont-Aven bestand. In dieser Zeit begann Verkades innige Hinwendung zum Katholizismus, welche 1892 zur formalen Taufe führte. Anschließend ging er mit Ballin nach Italien, wo dieser sich im Franziskanerkloster von Fiesole ebenfalls katholisch taufen ließ. Der Klosteraufenthalt vertiefte Verkades religiöses Empfinden, und 1894 trat er als Novize Willibrord in das Benediktinerkloster Beuron (heute Baden-Württemberg) ein, wo er seine innere Erfüllung in einem abgeschiedenen und mystischen Leben fand.

Hier empfing er schließlich 1902 die Priesterweihe und war von nun auch Mitglied der Beuroner Kunstschule, welche sich der Erneuerung der katholischen Kunst verschrieben hatte und die er zwischenzeitlich auch leitete; vor allem Wandgemälde für religöse Gebäude sind ihm zu verdanken. Er starb 1946 in Beuron.

 

Verweise:

https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=2349
http://www.erzabtei-beuron.de/aktuelles/rueckschau/aktuell.157/index.html
https://www.suedkurier.de/region/linzgau-zollern-alb/beuron/Ausstellung-im-Kloster-von-Arbeiten-von-Willibrord-Verkade-Ein-Leben-als-Maler-und-Moench;art372553,8824018

Jan Verkade – Benediktinermönch und Symbolist https://art-depesche.de/images/Decorative_Landscape_II_Jan_Verkade_-_Nationalmuseum_-_19109.jpg Ruedi Strese